Südtirol: Die 10 besten Sterne-Restaurants, die man kennen muss
21 Michelin-Sterne, eine der höchsten Dichten an Spitzenküche Europas: Südtirol spielt kulinarisch seit Jahren ganz vorne mit. Wir haben uns durch die zehn besten Sternerestaurants des Landes gekostet – von drei bis einem Stern, mit großartiger Küche und außergewöhnlichen Schauplätzen. Achtung, nicht hungrig lesen!
Wer glaubt, Südtirol sei kulinarisch vor allem ein Knödel-, Speck- und Schüttelbrot-Land, hat definitiv länger nicht mehr in einen Michelin-Guide geschaut. Zwischen Dolomitengipfeln, Weinterrassen und Designhotels wird hier nämlich nicht einfach gekocht – hier wird auf Weltniveau abgeliefert. Und zwar konstant. Der Beweis kommt Jahr für Jahr schwarz auf rot: ein regelrechter Michelin-Sterneregen, der Südtirol zur wohl dichtestbesternten Genussregion Italiens macht.
Denn aktuell leuchten stolze 21 Michelin-Sterne über der Region (Stand Guide Michelin 2026) – mehr als in jeder anderen italienischen Provinz. Ganz oben: das Drei-Sterne-Restaurant, geführt von niemand Geringerem als Norbert Niederkofler, der alpine Küche zur Hochkunst erhoben hat. Darunter reiht sich eine beeindruckende Dichte aus Zwei- und Ein-Sterne-Restaurants, verteilt von Meran über die Dolomiten bis ins Pustertal. Sie alle eint: außergewöhnliche Produktqualität, großartige Handschrift und oft spektakuläre Lagen, bei denen der Ausblick locker mit dem Menü mithält.
Und dann wäre da noch die Preispolitik. Wer internationale Spitzenküche gewohnt ist, reibt sich in Südtirol bisweilen verwundert die Augen: Das Niveau ist Weltklasse – die Preise aber bleiben erstaunlich bodenständig. Fine Dining, das international ganz vorne mitspielt, aber bemerkenswert fair kalkuliert ist.
Wir haben uns durch Südtirols kulinarische Champions League gearbeitet – von drei Sternen abwärts – und zeigen jene zehn Sternerestaurants, die man kennen (und erleben) muss. Spoiler: Hungriglesen ist garantiert.
Restaurant Kuppelrain
- Bahnhofstraße 16, 39020 Kastelbell, Autonome Provinz Bozen, Südtirol
- www.kuppelrain.com
Kuppelrain ist so etwas wie der Beweis, dass kulinarische Exzellenz tatsächlich Familiensache sein kann. Die Trafoiers sind keine Gastronomie-Dynastie im klassischen Sinn – eher ein perfekt eingespieltes Ensemble, in dem jede Rolle sitzt. In der Küche kocht Kevin Trafoier mit beeindruckender Präzision und jener lässigen Ernsthaftigkeit, die große Küche heute braucht: produktfokussiert, geschmackstief, ohne unnötigen Firlefanz. Vater Jörg hat inzwischen den Platz im Service übernommen und sorgt gemeinsam mit dem Team für eine Atmosphäre, die herzlich ist, ohne jemals beliebig zu werden.
Was auf den Teller kommt, stammt bevorzugt aus dem eigenen Küchengarten oder aus der Region – ehrlich, saisonal, auf den Punkt. Für süße Glücksmomente sorgt Tochter Natalie mit Desserts und Pralinen, die man am liebsten einstecken würde. Und wer Wein liebt, ist hier ohnehin richtig: Sonya Trafoier, Michelin-Sommelier-Award-Gewinnerin 2022, kuratiert eine bemerkenswerte Weinkarte mit großartiger Glas-Auswahl bis hin zu Magnum- und Doppelmagnumformaten – und Pairings, die sitzen. Mittags wird im Bistro-Stil serviert, abends zeigt sich der Kuppelrain von seiner feinsten Seite. Kurz gesagt: ein Restaurant, das man nicht nur kennen sollte, sondern regelmäßig besuchen möchte.
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Mehr InformationenLa Stüa de Michil
- Str. Col Alt 105, Corvara in Badia
- www.lastuademichil.it
La Stüa de Michil erreicht man nicht zufällig, sondern mit Absicht: hinauf Richtung Kirche, vorbei am charmanten Trubel Corvaras, hinein ins Hotel La Perla – und dann weiter in eine holzgetäfelte Stube, die sofort entschleunigt. Viel Holz, viel Ruhe, viel Gefühl für den Ort. Was hier auf den Tisch kommt, ist allerdings alles andere als vorhersehbar. Küchenchef Simone Cantafio, gebürtiger Kalabrier mit prägendem Japan-Kapitel, kocht eine Küche, die Grenzen ignoriert und Essenzen sucht.
Seine Gerichte erzählen von Reisen und Jahreszeiten, von Orient und Okzident, von Sensibilität statt Lautstärke. Gemüse spielt dabei die Hauptrolle – mit derselben Wertschätzung behandelt wie Fleisch oder Fisch. Zitrus, Bitterkeit, Frische, Fermentation, selten genutzte Stücke, vergessene Sorten. Und ja, auch Stille gehört hier zu den wichtigsten Zutaten. Benannt ist das Restaurant übrigens nach Hausherr Michele Costa, einer prägenden Figur des ladinischen Tourismus.
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Mehr InformationenAtelier Moessmer Norbert Niederkofler
- Walther-von-der-Vogelweide-Straße 17, 39031 Bozen
- ateliernorbertniederkofler.com
Im Atelier Moessmer Norbert Niederkofler wird nicht einfach gegessen – hier wird eine Haltung serviert. Das Restaurant liegt in einer Villa im historischen Moessmer-Areal bei Bruneck, einst Textilfabrik, heute Bühne für eine der konsequentesten Küchen Europas. Niederkoflers „Cook the Mountain“-Philosophie ist hier kein Schlagwort, sondern präzise Praxis: alpine Produkte, kompromisslose Saisonalität und Gerichte, die so klar sind, dass jeder Geschmack sitzen muss.
Der Abend beginnt entspannt mit Amuse-Bouches in der Lounge, bevor man – je nach Lust – im Speisesaal oder am Counter mit Blick in die Küche Platz nimmt. Es gibt genau ein Menü. Und das erzählt, Gang für Gang, warum Niederkofler zu den großen Könnern der zeitgenössischen italienischen Küche zählt. Effekte braucht es hier keine, dafür umso mehr Haltung.
Wer danach glaubt, das Kapitel sei abgeschlossen, kennt Norbert Niederkofler schlecht. Hoch oben am Kronplatz interpretiert er seine Philosophie im AlpiNN by Norbert Niederkofler noch einmal völlig neu – als kulinarischen Living Room mit Aussicht, als kulturelles Konzept, bei dem das Miteinander am Tisch genauso wichtig ist wie das, was darauf steht. Und weil Stillstand für ihn offenbar keine Option ist, hat Niederkofler jüngst auch den Ansitz Heufler by Norbert Niederkofler in Rasen neu belebt: ein Renaissance-Adelssitz mit minimalistischer Handschrift, feinem historischen Gespür und Kulinarik vom Frühstück bis zum Abendessen – kaum eröffnet, schon im Michelin Hotels Guide.

Apostelstube
- Weißlahnstraße 4, 39042 Brixen
- www.hotelelephant.com
Wer in Brixen groß essen will, landet früher oder später in der Apostelstube im Hotel Elephant – und das nicht nur wegen des geschichtsträchtigen Rahmens. Das Hotel Elephant ist eine Institution (ältester Teil: spätes 15. Jahrhundert, geführt von derselben Familie seit 1773), die Gourmetstube darin ein echtes Juwel: ein eleganter Raum mit gerade einmal vier Tischen, streng beobachtet von zwölf Aposteln in Statuettenform. Einschüchternd? Keine Sorge – hier wird man eher beseelt als bekehrt.
Küchenchef Mathias Bachmann serviert ein einziges, umfangreiches Degustationsmenü, das so weltoffen ist wie seine Handschrift: Techniken und Zutaten aus aller Welt, mit besonderer Japan-Affinität, zeitgemäß interpretiert und präzise auf den Punkt gebracht. Aperitif gibt’s je nach Jahreszeit entweder im Garten oder im eleganten Salon – beides perfekte Einstimmungen auf den großartigen Abend.
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Osteria Acquarol
- Johann-Georg-Plazer-Straße 10,, 39057 St. Michael
- www.acquarol.it
Mitten in Bozen, dort wo man eher an Aperitivo als an große Küche denkt, liegt die Osteria Acquarol – und überrascht genau deshalb. Das Interieur ist bewusst reduziert, fast minimalistisch, draußen wartet im Sommer ein kleiner, charmanter Platz in der Fußgängerzone. Der Fokus liegt klar auf dem, was auf den Teller kommt. Küchenchef Alessandro Bellingeri, gebürtig aus Cremona, kocht eine Küche, die tief in Südtirol verwurzelt ist, dabei aber sehr persönlich und zeitgemäß gedacht wird.
Regionale, nachhaltig produzierte Zutaten geben den Ton an, ergänzt durch Wild- und Aromakräuter aus dem eigenen Garten. Seit der Erweiterung des Küchengartens 2023 spielen Gemüse eine noch größere Rolle – sichtbar in den zwei Degustationsmenüs (sieben oder neun Gänge), die sich flexibel à la carte zusammenstellen lassen. Hier bekommt man ganz klar keine große Bühne, kein Chichi – sondern eine Osteria, die leise, klug und äußerst originell überzeugt – auf Sternenniveau.
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Mehr InformationenSuinsom
- Strada Puez 12 , 39048 Selva di Val Gardena
- www.tyrolhotel.it
Der Name ist hier Programm: Suinsom bedeutet auf Ladinisch „ganz oben“ – und genau dort bewegt sich auch das kulinarische Niveau. In zwei hell getäfelten Stuben, die sofort alpine Gemütlichkeit verbreiten (ohne Hüttenkitsch), entfaltet sich eine Küche, die Südtirol locker mit dem Mittelmeer verkuppelt – und dabei auch international fremdgeht. Mit Stil, versteht sich.
Auch beim Wein wird hier nichts dem Zufall überlassen: Die Karte ist nach Rebsorten geordnet und reicht von großen italienischen Namen bis zu renommierten internationalen Labels.
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Mehr InformationenPrezioso
- Fragsburg, 3, 39012 Meran
- www.fragsburg.com
Schon die Anreise zu Prezioso fühlt sich ein wenig an wie der Auftakt zu einem Märchen: Kaum hat man Meran hinter sich gelassen, schlängelt sich die Straße durch den Wald hinauf zum Castel Fragsburg – einer kleinen, fast unwirklich schönen Residenz hoch über dem Tal. Wer bei Schönwetter einen Platz auf der Terrasse ergattert, sitzt gefühlt in der ersten Reihe eines Naturtheaters mit wohl einer der spektakulärsten Aussichten Italiens.
In der Küche inszeniert Egon Heiss seine ganz eigene Kunstform, die nicht umsonst „Südtirol Heiss inszeniert“ heißt: ein einziges Degustationsmenü, kreativ gedacht, tief in der Region verwurzelt und mit beeindruckender Präzision umgesetzt. Produkte aus dem eigenen Küchengarten und aus den umliegenden Bergtälern geben den Ton an – Saibling und Forelle sind ebenso Fixstarter wie Wild und bestes Fleisch. Heiss, der nach Jahren internationaler Erfahrung bewusst zu seinen Sarntaler Wurzeln zurückgefunden hat, zeigt hier, wie elegant Bodenständigkeit sein kann.

Sissi
- Galileo Galilei Galileistraße 44, 39012 Meran
- sissi.andreafenoglio.com
Schon beim Eintreten ins Sissi fühlt man sich ein wenig wie auf Zeitreise – allerdings in der sehr eleganten Version. Jugendstil vom Feinsten: funkelnde Luster, gemusterte Böden, charmante Retro-Details. Ein Speisesaal wie aus einem alten Film, nur dass hier sehr lebendig gekocht wird. Mittelpunkt des Geschehens ist Andrea Fenoglio, Patron und Küchenchef in Personalunion, der mühelos zwischen Herd und Gästeraum pendelt, um hier ein Gericht zu vollenden und dort ein paar Worte zu wechseln. Seine Küche steht auf klassischem Fundament, erlaubt sich aber immer wieder persönliche, zeitgemäße Abzweigungen – tröstlich, aromatisch, dabei überraschend kreativ.
Zur Auswahl stehen ein starkes À-la-carte-Angebot und das Degustationsmenü „Settepiatti“, das nicht nur jährlich neu komponiert wird, sondern auch jedes Mal auf neu gestalteter Keramik serviert wird. Kulinarische Konstanz trifft hier auf liebevolle Veränderung. Und weil Genuss bekanntlich erst mit dem richtigen Glas komplett wird, sorgt Sommelière Arianna mit viel Fachwissen und Herzlichkeit für punktgenaue Weinempfehlungen.
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Mehr InformationenCastel fine dining
- Keschtngasse, 18, 39019 Dorf Tirol
- www.hotel-castel.com
Mit Aussicht kocht es sich bekanntlich besser – und bei Castel fine dining ist der Blick auf das Vinschgau gleich 180 Grad groß. Dramatische Kulisse, großes Kino – nur dass hier nicht die Landschaft die Hauptrolle spielt, sondern die Küche von Gerhard Wieser. Seine Gerichte sind so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk: internationale Einflüsse treffen auf handwerkliche Perfektion, Zutaten werden mit eleganter Selbstverständlichkeit zu kleinen Kunstwerken verwandelt. Dass das Haus dafür mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist, überrascht niemanden, der hier einmal gegessen hat.
Und weil große Küche ohne große Weine nur halb so schön ist, sorgt Sommelière Ivana mit feinem Gespür für die passende Begleitung – regional verwurzelt, individuell abgestimmt und stets treffsicher.

Terra The Magic Place
- Prati, 21, 39058 Sarentino
- www.terra.place
Schon die Anfahrt zu Terra The Magic Place wirkt wie ein sanfter Realitätsfilter: Kurve um Kurve geht es von Sarnthein hinauf auf 1.622 Meter, durch Buchen- und Tannenwald, bis man plötzlich auf einer sonnigen Alm steht – mit Dolomitenblick und der leisen Ahnung, dass hier gleich etwas Besonderes passiert. In dem Chalet, das Großvater Johann 1940 errichtete, hat Familie Schneider einen Ort geschaffen, der tatsächlich ein bisschen Magie versprüht – aber keine Sorge – ganz ohne Hokuspokus.
Zwei Michelin-Sterne gibt’s für eine Küche, die Natur nicht inszeniert, sondern ernst nimmt. Gegessen wird à la carte oder im ausgetüftelten Degustationsmenü, begleitet von einer fein kuratierten Weinkarte – inklusive alkoholfreier Pairings –, betreut von Schwester Gisela mit sicherer Hand. Und wer nach all dem Genuss nicht mehr ins Tal zurück möchte, bleibt einfach da: im Luxushotel mit Spa-Bereich – natürlich mit Dolomitenblick.
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