Unser Recap: Das war der Eurovision Song Contest in Wien
Wir blicken zurück auf eine Woche musikalischer Darbietungen, Fahnenmeere, Fangesänge, Lichtshows, vielleicht auch ein bisschen Fremdscham, aber vor allem ganz viel Show.
Guten Morgen, Europa! Guten Abend, Australien! Na, habt ihr das ESC-Finale schon verdaut? Wir brauchen wohl noch ein bisschen und auch unsere Stimmen könnten etwas Schonung vertragen. Trotzdem blicken wir aber positiv auf diese fulminante und vor allem ereignisreiche Woche zurück: Das war er, der Eurovision Song Contest 2026 in der Wiener Stadthalle – und in unserer ganzen Stadt.
Eine Woche ESC-Feeling
Mit der gestrigen Finalshow ist es also besiegelt: Bulgarien hat die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contest gewonnen. Doch von vorne: Wie verlief die Woche? Was hat sich vor und in der Stadthalle und darüber hinaus in Wien getan? Über wen wurde gesprochen, wer wurde in der Stadt gesichtet und wie bilanzieren wir diese Woche Ekstase in der Hauptstadt?
Ich durfte als ESC-Reporter für 1000things in dieser Woche Events quer durch die Stadt besuchen und auch in der Halle einige Shows mitverfolgen. So viel lässt sich auf jeden Fall sagen: Wien hat sich ins Zeug gelegt.
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Mehr InformationenSonniger Start in Sonntagsgewändern
Begonnen hat die Woche eigentlich schon letzten Sonntag mit dem Turquoise Carpet, der Eröffnungszeremonie am Wiener Rathausplatz. Dort präsentieren sich die Künstler*innen in ihren schönsten Sonntagsgewändern, in der ESC-Bubble wird das Event auch die „Met Gala des Song Contests“ genannt.
Aber nicht nur die Teilnehmenden, auch Wien hat sich dort gut präsentiert. Mit dem Burgtheater und dem Rathaus als Kulisse war das aber auch ein aufgelegter Selbstläufer. Einziger Wermutstropfen war die oft fehlerhafte und vor allem auf Deutsch durchgeführte Moderation bei der Live-Übertragung. Für das doch zum Großteil internationale Publikum war das – noch dazu ohne Untertitel – wahrscheinlich eher nichts.

Tanzscheine & Gratis-Konzerte
Der Rathausplatz ist dann als Eurovillage auch die restliche Woche über Schauplatz für alle Fans gewesen, die das ESC-Rahmenprogramm in vollen Zügen genießen wollten. Neben Tanzschein-Tanzkursen, dem ikonischen Tanz des für Österreich startenden Cosmó, Singalongs und dem einen oder anderen Quiz für alle, die ihr ESC-Wissen unter Beweis stellen wollten, waren es vor allem die Gratis-Konzerte, die das meiste Publikum anlockten.
Gastauftritte von Lordi, Tommy Cash & Co
Nicht nur Teilnehmende aus vergangenen Jahrgängen des Song Contests traten hier auf – so wie etwa Lordi (ESC Sieger 2006) oder Tommy Cash (3. Platz 2025). Natürlich waren es aber vor allem Künstler*innen aus diesem Jahr, die am Rathausplatz noch einmal ordentlich die Werbetrommel für das eigene Land rührten: Von Moldau über Deutschland bis Albanien war da so einiges dabei.
Das lockte trotz meist mäßiger Wetterverhältnisse vor allem in der zweiten Wochenhälfte viele Fans an, nachdem das Eurovision Village am Montag Abend sogar wegen eines Sturms geräumt werden musste. Letztlich fanden wir das Programm selbst aber gelungen – es war halt Pech, dass es teils ins Wasser gefallen ist. Dafür gab’s das eine oder andere kulinarische Highlight:
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Mehr InformationenEurofan-Café Action
Wem das zu wenig war, konnte die Stars von der großen Bühne im Wien Museum, dem Eurofan House, wirklich hautnah erleben. Für mich war das das Highlight des Rahmenprogramms rund um den ESC. Im Saal ganz oben im Museum standen die Acts und teils auch Delegationen der heurigen Ausgabe in etwa 30-minütigen Interviews Rede und Antwort.
Dabei gaben sie spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte ihrer Songs, den Sieges-Ambitionen und verrieten auch schon das eine oder andere Detail über die Performance. Meistens gab es auch noch eine gesangliche Kostprobe und natürlich auch sonst sehr viel Interaktion mit den Fans und das eine oder andere Foto.
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Mehr InformationenMein erstes Mal Praterdome
Apropos Highlight: Ich hätte nicht gedacht, dass mich jemals etwas in den Praterdome bringt, so ehrlich will ich sein. Ich dachte auch nicht, dass sich der Club als Schauplatz für eine Reihe von Events eignet, dessen Programm sich zu einem wahrscheinlich großen Teil trotzdem an ein queeres Publikum richtet.
Aber ich wurde eines Besseren belehrt und was soll ich sagen? Es war eine gelungene Party! Die Stimmung vor Ort war gut, es gab Überraschungsacts, die ihre Songs live performt haben und die Drinks waren definitiv erschwinglicher als am Rathausplatz oder in der Stadthalle. So gaben hier etwa unser Vorjahressieger JJ oder der Party-Tiger Satoshi aus Moldau hier ihr Stelldichein!

Mit der Eurovision-BIM zur Stadthalle
Gelungen ist auch der Einsatz der 49er-Bim als ESC-Partyzug vom Volkstheater zum Urban-Loritz-Platz und zurück. An jedem Finaltag zog die Bim inklusive DJ und Neonlichtern die Westbahnstraße entlang und transportierte tanzwütige Partymenschen oder einfach Fahrgäste mit Einkaufssackerln und Schultaschen, die erst beim Einsteigen von ihrem Glück erfuhren, in Richtung Stadthalle.
Schade fand ich nur, dass man bei der Musikauswahl eigentlich kaum auf Eurovision-Lieder setzte. Dem Publikum dürfte es aber trotzdem gut gefallen haben. Nicht nur einmal habe ich die 49er stark wippend dahinfahren sehen. Und zumindest den „Tanzschein“ haben sie jedes Mal gespielt, wenn ich mitgefahren bin.
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Mehr InformationenParty und/oder Protest
Ist man dieser Tage durch die Hauptstadt spaziert, so hat man aber nicht nur ESC-Dekorationen gesichtet, Partystimmung erlebt und bunt verkleidete Fans gesehen. Auch viele Kritiker*innen haben sich versammelt, um gegen den Eurovision Song Contest und vor allem gegen die Teilnahme Israels am Bewerb zu demonstrieren.
Am Freitag fand am Maria-Theresien-Platz ein Song Protest, eine Gegenveranstaltung zum ESC statt, am Samstag zog ein Demozug durch das Viertel um die Stadthalle. So sehr wir und ich den Song Contest lieben, so sehr muss auch diese Kritik am Bewerb einen Platz haben, gehört und vor allem akzeptiert werden.
Die Events in der Stadthalle
Na, wart ihr auch bei einer Show in der Stadthalle? Oder seid ihr im Ansturm auf die Tickets leer ausgegangen? Auch mir ist es nur gelungen, Tickets für die Jury-Rehearsals am Mittwoch für das zweite Semi-Finale, sowie am Freitag für das Finale zu ergattern.
Anfangs war ich darüber ein bisschen enttäuscht. Wenn der ESC schon einmal in Wien ist, dann würde man natürlich schon auch gerne live dabei sein. Ich muss aber sagen, der Frust ist schnell verflogen. Die Shows, auch wenn sie nur Proben waren, standen den Live-Shows wohl um nichts nach, im Gegenteil.
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Mehr InformationenLange Schlangen, aber kein Chaos
Der Ablauf vor und in der Stadthalle hat mich positiv überrascht. Das Sicherheitskonzept war sehr umfangreich. Die Befürchtung, dass es chaotisch werden könnte und man es vielleicht nicht pünktlich in die Shows schafft, lag in der Luft, dem war aber definitiv nicht so. Ja, die Schlangen vor dem Einlass waren wirklich lange, das Team der Stadthalle und des Song Contests aber gut strukturiert, freundlich und dabei sehr genau.
Das alles hat dazu geführt, dass es nicht zu allzu langen Wartezeiten kam. Auch in der Halle verlief alles reibungslos. Eine Meisterleistung, so ein großes Event zu hosten und wir ziehen den Hut vor allen, die dafür verantwortlich waren.

Unser Fazit
Wir ham den Schas gwonnen, wir ham den Schas über die Bühne gebracht. Jetzt ist Bulgarien dran! Ich finde, Wien hat sich von einer sehr guten Seite gezeigt. Ja, nächstes Mal vielleicht nicht unbedingt während der Eisheiligen, dann klappt’s auch bestimmt mit dem Wetter. Aber abgesehen davon wünschen wir Bulgarien, dass ihnen nächstes Jahr eine mindestens genauso gute Show gelingt. Wir freuen uns drauf!
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