Guide Michelin 2026: Eine fulminante Verleihung auf 2.700 Metern Höhe
Reaching for the stars: Am Montag, dem 23. März 2026, wurden die diesjährigen Neueinsteiger*innen und Aufsteiger*innen mit den Michelin-Plaques am Dachstein ausgezeichnet. So verlief der Abend.
22 neue Sterne, acht neue grüne Sterne und 26 neue Bib Gourmands – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Am Montag verwandelte sich der Dachstein in eine Hochburg der Kulinarik: ein Abend ganz im Zeichen der österreichischen Spitzengastronomie, bei dem die berühmten Plaques des Guide Michelin feierlich überreicht wurden.
Gefeiert wurde im Dachstein-Gletscherrestaurant in luftiger Höhe mit traumhaftem Blick auf das Dachsteinmassiv. Genau die richtige Location, um die kulinarische Exzellenz des Landes im wahrsten Sinne des Wortes hochleben ließ. Ein durchdachter Abend, der insbesondere durch liebevolle Details – etwa in Form personalisierter Stoffservietten und regionaler Keramikwaren von Gmunder Keramik– überraschte.

Bits & Bites, die begeistern
Kulinarisches Highlight des Abends: acht Gänge, die nicht nur auf kulinarischer Linie vollends überzeugten, sondern auch die acht Bundesländer (exklusive Wien) mit ihren regionalen Besonderheiten gekonnt widerspiegelten.
Vorspeisen: Oberösterreich, Kärnten & Tirol:
Den Einstieg des Abends machte eine steirische Seeforelle mit rotem Holunder und Kürbiskern, präsentiert von Lukas Nagl (Das Bootshaus) sowie ein Seesaibling mit Galtürer Enzian von Benjamin Parth (Gourmetrestaurant Stüva Ischgl).
Den Abschluss bildete meine liebste Kreation des Abends: Serviert von Martin Nuart (Bär- und Schafwirtschaft), der eine Kombination aus Weißkraut, Schafstopfen, Gurke, Senfsaat und Hadn auf die Teller zauberte. Wunderbar ausbalanciert, erfrischend und durch den gepoppten Hadn auch mit gut Crunch und Struktur. Für mich definitiv der spannendste Gang des Abends.

Hauptspeisen: Burgenland, Niederösterreich & Steiermark
Weiter ging es mit den Hauptspeisen, bei denen von Hannes Tschida (Zum fröhlichen Arbeiter) ein Szegediner vom Wildschwein mit Grammelknödel und gepoppter Schweineschwarte serviert wurde. Etwas zu deftig in Summe aller Komponenten für meinen Geschmack, aber nichtsdestotrotz fein abgestimmt. Für Niederösterreich tischte Thomas Dorfer (Landhaus Bacher) ein Duo aus Pörkölt und Räucheraal auf.
Den Abschluss unter den Hauptgängen bildete das steirische Weidehuhn mit Rettich, Kubebenpfeffer und Blutorange, mit dem Richard Rauch (Geschwister Rauch) der Steiermark vollends runde Aromen mit kreativem Twist einhauchte. Besonders schön: Der sechste Gang wurde auf einem Teller mit Dachstein-Motiv serviert, um die Gastgeber-Region noch einmal hervorzuheben. Kleine Details, große Wirkung.
Dessert: Salzburg & Vorarlberg
Vom Tal hinauf auf den Gipfel ging es desserttechnisch zunächst nach Salzburg und weiter nach Vorarlberg: Während Vitus Winkler (Gourmetrestaurant Kräuterreich) eine Interpretation aus Hohe-Tauern-Roggen, Fichte, Zirbe und Latschenkiefer servierte, kam der letzte Gang des Abends – zubereitet von Sebastian Jakob (Griggeler Stuba) – in Form einer Komposition aus Milch-Kefir, Quitte, Sauerklee und Yuna Edelweiß daher.
Während Vitus Winkler es schaffte, den Wald samt einer vollmundigen Nadelwaldnote über die Baumgrenze auf den Dachstein zu holen, hat die Nachspeise von Sebastian Jakob den Magen mit einer fein säuerlichen, doch aber fruchtig-zitronigen Zusammensetzung unterschiedlichster Aromen perfekt geschlossen. Wunderbar leicht, zugleich mit schönem Kontrast durch den leicht nussigen Geschmack der Quitte.
Die eigentlichen Stars des Abends
22 neue Sterne, darunter ein Aufsteiger auf zwei Sterne, finden sich in der diesjährigen Guide-Michelin-Österreich-Selektion 2026: Die Weinbank – Restaurant in Ehrenhausen (Südsteiermark), hinter der Gerhard Fuchs und Christian Zach stehen, die sich vollends kreativen Gerichten und dem perfekten Pairing verschreiben – und Kulinarik dabei bewusst anders denken. Tosenden Jubel gab es für Christian Zach, der am Montagabend als „Sommelier des Jahres 2026“ ausgezeichnet wurde.
Unter den Neueinsteiger*innen findet sich etwa das JOLA in Wien, in dem Larissa Andres und Jonathan Wittenbrink ein ausschließlich veganes Menü auf die Teller bringen. Ebenfalls ein Stern ging an das Gaumenkitzel in Kirchberg am Wechsel, in dem Peter Pichler auf eine kulinarische Rundreise quer durch den Garten mitnimmt, sowie das Bergfried – Chef’s Table, wo Sebastian Stock mit seinem 9-Gänge-Überraschungsmenü überzeugt.
Freuen durfte sich auch Monika Müller (Die Forelle, Kärnten), die – als einzige Dame des Abends – mit dem Michelin Service Award ausgezeichnet wurde. Ein starkes Zeichen, wie ich finde, das zugleich hoffen lässt, in der nächstjährigen Guide-Michelin-Selektion weitere Frauen unter den Neuauszeichnungen der österreichischen Spitzengastronimie zu finden.
Die Verleihung bildete den Abschluss von „The Heart of Food“, das die Region Schladming-Dachstein von 21. bis 23. März 2026 in ein Kulinarikfestival der ganz besonderen Art verwandelte und Köch*innen, Produzent*innen sowie Genießer*innen aus Österreich und der ganzen Welt zusammenbrachte.

Guide Michelin 2026: Die besten Restaurants in Österreich im Überblick
3 Sterne:
- Steirereck im Stadtpark, Wien
- Amador, Wien
Neu ausgezeichnet mit 2 Sternen:
- Die Weinbank – Restaurant, Ehrenhausen (Steiermark)
Neu ausgezeichnet mit 1 Stern:
- Lilli Fine Dining, Fehring (Steiermark)
- Genießerei am Markt – Steiermark(t)dinner by Alexander Posch, Graz (Steiermark)
- Zur goldenen Birn, Graz (Steiermark)
- Gaumenkitzel, Kirchberg am Wechsel (Niederösterreich)
- Heurigenhof Bründlmayer, Langenlois (Niederösterreich)
- Am Mahrbach, Königsdorf (Burgenland)
- La Fenice, Lech am Arlberg (Vorarlberg)
- Ansitz 12, Lienz (Tirol)
- Kliemstein Vino Vitis, Linz (Oberösterreich)
- s’kammerli, Nauders (Tirol)
- RAR Fine Dining, Maria Alm (Salzburg)
- Gamskogelhütte Fine Dining by Stefan Lastin, Rennweg am Katschberg (Kärnten)
- Kammer5, Ort im Innkreis (Oberösterreich)
- Ullrs Gourmetstube, Sankt Anton am Arlberg (Tirol)
- Broadmoar, Sankt Josef (Steiermark)
- Zimmerl, Waidhofen an der Thaya (Niederösterreich)
- Bergfried – Chefs Table, Tux (Tirol)
- Addiert, Wien
- Glasswing by Alexandru Simon, Wien
- JOLA, Wien
- OPUS, Wien
- Himmelreich, Zaußenberg (Niederösterreich)
Neue Grüne Sterne für nachhaltige Gastronomie:
- KABUFF, Graz (Steiermark)
- Gut Oberstockstall, Kirchberg am Wagram (Niederösterreich)
- Wirtshaus Molzbachhof, Kirchberg am Wechsel (Niederösterreich)
- Stiftsschmiede Fischrestaurant, Ossiach (Kärnten)
- Schankkuchl, Turnau (Steiermark)
- Im Garten, Velden am Wörthersee (Kärnten)
- JOLA, Wien
- TIAN Bistro am Spittelberg, Wien
Weitere Auszeichnungen:
- MICHELIN Young Chef Award: Sebastian Stock – Bergfried – Chef’s Table
- MICHELIN Service Award: Monika Müller – Die Forelle
- MICHELIN Sommelier Award: Christian Zach – Die Weinbank
- Opening of the year: Genießerei am Markt – Steiermark(t)dinner by Alexander Posch