10 österreichische Winzerinnen, die du kennen musst
Wir stellen Winzerinnen vor, die Österreichs Weinlandschaft prägen: leise oder laut, traditionell oder progressiv, aber immer mit eigener Handschrift.
In Österreichs Weingütern übernehmen längst jede Menge Frauen Verantwortung, prägen Betriebe, definieren Stil, leiten Marketing und Vertrieb oder packen einfach kräftig an – und fliegen trotzdem oft noch unter dem Radar.
Höchste Zeit also, auf jene anzustoßen, die lieber mit Terroir als mit Klischees arbeiten, die Traktoren genauso souverän lenken wie Verkostungen und die beweisen, dass große Weine nicht durch Testosteron, sondern durch Talent, Know-how und harte Arbeit entstehen. Hier kommen Winzerinnen, deren Namen man kennen sollte – und deren Weine sowieso!
Johanna Markowitsch
Als ältere Tochter von Gerhard Markowitsch ist Johanna Markowitsch quasi zwischen Rebstock und Gärtank groß geworden. Seit 2018 arbeitet sie fix im Weingut Markowitsch und verantwortet gemeinsam mit ihrem Vater Wein, Vertrieb und Marketing. Nebenbei baut sie mit lässiger Selbstverständlichkeit ihre eigene Marke auf.
Ihr Zugang zum Wein ist kein dramatischer „Aha-Moment“, sondern das Ergebnis vieler kleiner Erfahrungen, von Südafrika-Praktikum bis enger Freundschaft mit Brennerlegende Hansi Reisetbauer, mit dem sie sogar einen eigenen Aperitivo entwickelte.
Privat wie beruflich gilt: Johanna denkt Wein nicht als Nebenprodukt, sondern als Statement – etwa beim Mardonna Rosé, der ganz bewusst gemacht wird und im Sommer auf Terrassen am See oder im Winter abseits der Skipisten funktioniert.
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Mehr InformationenChristina Hugl
„Keiner hat mich gefragt, ob mich das interessiert“ – mit diesem Satz könnte Christina Hugl ihre Biografie beginnen. Geboren in eine Winzerfamilie, fand sie es zunächst deutlich aufregender, beim Opa am Traktor zu sitzen, als bei der Lese zu helfen. Also zog es sie erst einmal in die Gastronomie. Welt sehen, große Weine öffnen, gutes Essen servieren, das klang nach mehr Glamour, bis sie merkte: Draußen sein und etwas Eigenes schaffen – das hat schon auch was.
2014 kelterte sie aus den Trauben ihres Vaters den ersten eigenen Wein, machte daraus Sekt – und fing sich prompt das „Blubbervirus“ ein. Seitdem ist sie quasi die Sprudelmacherin vom Dienst: zuerst noch im elterlichen Betrieb, später gemeinsam mit Partner Robert und Winzerhund Dolly am eigenen Hof in Langenlois.
Heute lebt und arbeitet sie dort mit einer Handvoll Schafe – und mit ordentlich Drive – im Kamptal, wo ein echtes Weingarten-Juwel am Heiligenstein zur Heimat ihrer Sekte wurde. Seit 2022 residieren diese in einem wunderschönen Keller am Fuße des Bergs – inklusive Heurigen mit vermutlich einer der schönsten Terrassen der Region.
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Mehr InformationenPia Strehn
Bei Pia Strehn begann alles ziemlich filmreif: als Teenager in Nizza, auf den Klippen sitzend, Rosé im Glas, Meerblick inklusive – Peng, Liebe auf den ersten Schluck. Während hierzulande Rosé noch als „weder Fisch noch Fleisch“ galt, erkannte Pia früh das große Potenzial der Farbe Pink und machte sich daran, dem Stil Charakter, Tiefe und Barrique-Finesse zu verpassen.
Was folgte, waren mutige Lernjahre, viel Überzeugungsarbeit – und schließlich 2017 der Durchbruch, als ihr „Elefant im Porzellanladen“ vom Falstaff zum besten Rosé Österreichs gekürt wurde. Heute verarbeitet die Familie Strehn rund 90 Prozent der Ernte zu Rosé und vinifiziert vom Sekt bis zum fassvergorenen LOVE STORY.
Gearbeitet wird vor allem auf Basis von Blaufränkisch aus Deutschkreutz und Neckenmarkt – biologisch bewirtschaftet, kompromisslos gedacht und mit einem ganz klaren Statement: Rosé ist kein Trend. Rosé ist eine Entscheidung.
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Mehr InformationenFanny Marie Salomon
Gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Bert führt Fanny Marie Salomon heute bereits die neunte Generation von Salomon Undhof – und damit eines der ältesten privaten Weingüter Österreichs. Während Bert mit Hingabe im Weingarten und Keller wirkt, hält Fanny Marie Vertrieb und Marketing zusammen – und sorgt dafür, dass die kristallklaren Rieslinge und Grünen Veltliner aus dem Kremstal auch international ihre Bühne bekommen.
Generell ist zu sagen, dass hier in Stein bei Krems an der Donau seit 1792 mineralische Weißweine aus legendären Lagen entlang der Donau, heute biologisch bewirtschaftet und mit klarer Haltung Richtung Zukunft, entstehen. Fanny Marie steht dabei für eine neue Generation von Winzerinnen: traditionsbewusst, weltoffen und mit einem feinen Gespür dafür, wie man 230 Jahre Familiengeschichte zeitgemäß weitererzählt.
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Marlene Kirnbauer
Gemeinsam mit Partner Markus Kirnbauer führt Marlene Kirnbauer das Weingut K+K Kirnbauer in Deutschkreutz – und zwar nicht nur mit Know-how, sondern mit viel Know-How, Leidenschaft, der richtigen Portion Humor und einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik. Während Markus analytisch im Weingarten und Keller denkt, gestaltet Marlene Räume, Atmosphären und Begegnungen.
Sie ist diejenige, die Wein erlebbar macht, Gastfreundschaft lebt und Design, Natur und Emotion zusammenbringt. Auf 46 Hektar entstehen hier samtig-seidige Rot- und charakterstarke Weißweine, doch K+K ist mehr als ein Weingut – es ist ein Lebensgefühl. Marlene steht dabei für die leisen Qualitäten: Feingefühl statt Show, Tiefgang statt Chichi. Und die eine oder andere Masterclass und Weinverkostung sind mit Marlene ein besonderes Erlebnis.
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Mehr InformationenMarion Ebner-Ebenauer
„Wir diskutieren den Wein, bevor wir ihn keltern“ – dieser Satz fasst ziemlich gut zusammen, wie Marion Ebner-Ebenauer denkt (und arbeitet). Gemeinsam mit Partner Manfred Ebner-Ebenauer führt sie das Weingut Ebner-Ebenauer in Poysdorf – ein verwinkeltes, fast mediterran anmutendes Refugium, das gleichermaßen Kraftort wie Kreativlabor ist.
Marion bringt Energie, Neugier und Weltläufigkeit ein, Manfred Ruhe, Präzision und Kellerfokus – Gegensätze, die sich perfekt ergänzen und sich auch im Stil ihrer Weine widerspiegeln: kompromisslos, feinfühlig und mit klarer Haltung. Der jüngste Coup aus diesem Dialog ist L’Autrichienne, ein streng limitierter Zero-Dosage-Sekt aus heimischen Rebsorten, sechs Jahre auf der Hefe gereift – patriotischer Fizz mit Tiefgang und Diva-Potenzial.
Ob Schaumwein oder große Lagenweine: Hier entsteht nichts nebenbei. Alles ist Ergebnis von einer ganz klaren Vision, Respekt vor der Natur und dem festen Willen, Herkunft sichtbar zu machen. Dass das funktioniert, beweisen die beiden auch auf internationalem Parkett. Hier haben sie es längst geschafft, regelmäßig ausverkauft zu sein.
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Mehr InformationenChristina Artner-Netzl
„Zweigelt neu denken“ ist bei Christina Artner-Netzl kein PR-Slogan, sondern gelebte Überzeugung. Seit 2019 führt sie das Weingut Franz und Christine Netzl in fünfter Generation – und gilt heute als eine der wichtigsten Stimmen des modernen Zweigelt. Mit feinem Gespür für Herkunft und Stil prägt sie das Bild von Carnuntum entscheidend mit: weg von bloßer Power, hin zu Eleganz, Textur und Tiefgang.
Für Christina ist Wein immer Spiegel von Landschaft, Jahreszeiten und Menschen – und Zweigelt eine Sorte mit enormer Bandbreite, die von saftig-fruchtig bis strukturiert und ernsthaft alles kann, wenn man sie lässt. Ihr Ansatz verbindet Tradition mit Mut zur Veränderung, Kellerhandwerk mit Klarheit im Kopf – und zeigt eindrucksvoll, wie zeitgemäß österreichischer Rotwein heute schmecken kann.
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Mehr InformationenSilvia Heinrich
„Meine Aufgabe ist es, weiterzugehen“ – bei Silvia Heinrich ist das keine Floskel, sondern gelebte Praxis. Nach einem Abstecher in die Nachrichtenwelt (Reuters) übernahm sie 2010 das Familienweingut in Deutschkreutz und entwickelte es mit viel Mut, Neugier und Nachhaltigkeitsbewusstsein weiter. Barfuß durch die Weingärten, konsequent ökologisch denkend und mit einem klaren Qualitätsanspruch prägt sie heute das, was man im Mittelburgenland gerne „Blaufränkischland“ nennt.
Ihre große Liebe gilt genau dieser Sorte – sieben reinsortige Interpretationen zeigen, wie viele Gesichter Blaufränkisch haben kann: von easy-drinking bis tiefgründig und lagerfähig, stets handgelesen und präzise vinifiziert. Nebenbei jongliert Silvia Heinrich den Alltag als alleinerziehende Mutter, Winzerin und Netzwerkerin, teilt ihr Wissen im Fachbeirat von Burgenland Tourismus, an der FH Burgenland und im Nachhaltigkeitsbeirat der Schoellerbank – und beweist dabei eindrucksvoll, dass große Weine aus Haltung entstehen. Oder wie sie selbst sagt: Stehen bleiben ist keine Option.
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Mehr InformationenKerstin & Sigrid Schwertführer
Mit Kerstin Schwertführer und Sigrid Schwertführer ist am Weingut Schwertführer ordentlich Frauenpower eingezogen: Seit 2014 führen die Schwestern unter ihrer eigenen Linie „Die Schwertführerinnen“ nicht nur eigene Weingärten, sondern auch eine sehr persönliche Stilistik. Während Papa Johann im Traditionsbetrieb auf blitzsaubere, reinsortige Weine setzt, erlauben sich Kerstin und Sigrid mehr Zeit, mehr Hefe, mehr Holz – spontane Vergärung inklusive.
Das Ergebnis: charaktervolle Burgunder, Rotgipfler mit Haltung und Weine, die lieber erzählen als posieren. Auf rund 19 Hektar in Sooß zeigen die beiden, wie selbstverständlich Familie, Nachhaltigkeit und moderner Weinbau zusammengehen können – inklusive Heurigenbetrieb, täglichem Mittagessen im Team und der entspannten Erkenntnis, dass man im Wein nicht konkurriert, sondern voneinander lernt.
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