Ballkarte, Würstel & Co: Das kostet der Wiener Opernball 2026
Der Opernball ist Wiens glamouröseste Nacht des Jahres – und gleichzeitig die teuerste Stehparty des Landes. Vom Eintritt über die Logen bis hin zu Würstel, Bier und Spritzer: Das kostet eine Nacht am Wiener Opernball 2026!
Der Opernball ist der gesellschaftliche Höhepunkt der Wiener Ballsaison schlechthin. Der ultimative Ort, an dem Wien einmal jährlich beweist, dass Tradition nicht veraltet ist – sondern nur teurer geworden – und an dem wie sonst nie im Jahr die Schere zwischen Arm und Reich in allen Tageszeitungen, Magazinen und TV-Sendern regelrecht zelebriert wird.
Rund 5.000 Ballgäste werden am 12. Februar 2026 zum 68. Wiener Opernball in die Wiener Staatsoper am Ring strömen, während draußen die Welt und drinnen die Egos rotieren. Und während Millionen via TV zuschauen, wie Prominenz in Tüll und mal mehr, mal weniger Taktgefühl durch den Abend schreitet, stellt sich für den Normalsterblichen eine Frage: Was kostet es, dabei zu sein – und vor allem: Was kostet es, dabei nicht zu verhungern?
Ballticket für 410 Euro
Der Grundpreis fürs Vergnügen lautet: Eintrittskarte: 410 Euro inklusive „freiwilliger“ 35 Euro Spende für „Österreich hilft Österreich“. Das ist im Grunde wie ein Festival-Ticket – nur ohne Schlamm, dafür mit mehr Swarovski und weniger Spaß.
Wer allerdings glaubt, mit der Eintrittskarte wäre das Gröbste erledigt, der irrt dann doch gewaltig. Denn die Eintrittskarte ist hier nicht das Ziel. Sie ist im Grunde die Berechtigung, drinnen dann wirklich Geld auszugeben.
Logen: Wo man nicht tanzt, sondern residiert
Bevor es zu Kulinarik geht, muss man wissen: Am Opernball gibt es zwei Arten von Menschen – jene, die irgendwo stehen und versuchen, würdevoll zu wirken, und jene, die eine Loge haben und gar nicht wissen, wie das Wort „stehen“ geschrieben wird.
Die offiziellen Logenpreise 2026:
- Rangloge: 26.000 €
- Bühnenloge: 15.000 €
- Premium-Bühnenloge (direkte Sicht auf den gesamten Ballsaal): 19.000 €

Kulinarik am Opernball: All you can pay!
Der Wiener Opernball ist aber nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis. Auch die Kulinarik erfreut sich mit den Jahren immer größerer Beliebtheit. Und das, obwohl die meisten Gäste wohl ob des engen Kleides oder des sehr betont sitzenden Fracks mit einschnürender Fliege ohnedies nicht mehr hinunter bekommen, als ein Canapé oder Petit Four.
Denn ja: Das Essen hat hier Tradition. Und diese Tradition lautet: Wenn du schon da bist, soll es wenigstens gut schmecken, während es finanziell weh tut.
Wichtig zu wissen: Auf alle Gastropreise kommt ein Solidaritätsbeitrag von zehn Prozent zugunsten „Österreich hilft Österreich“. Das ist schön – und hilft seelisch dabei, wenn man gerade realisiert, dass man für ein Würstel mehr bezahlt als früher für einen Kinoabend.
Steirereck & Friends: Geheimtipp für Foodies
Wer am Opernball wirklich ernsthaft essen will, geht nicht „irgendwo hin“, sondern zu: Steirereck & Friends. Die Location befindet sich in der Orchestergarderobe im 1. Souterrain.
Das Konzept? Wie bereits in den Vorjahren: Signature Dishes! Heinz Reitbauer (Steirereck) holt sich hierfür tatkräftige Unterstützung von Thomas Dorfer (Landhaus Bacher) und Josef Floh (Gastwirtschaft Floh, Langenlebarn).
Das ist im Grunde die kulinarische Version von „Ich bin nur zufällig hier“ – während man genau weiß, dass man nur deswegen gekommen ist. Spoiler: Hier zu bleiben und den Abend zu genießen wäre gelinde gesagt kein allzu großer Fehler.
Schwindfoyer: Weinbar „Best of Austria“
Für alle, die Wein nicht trinken, sondern kuratieren, gibt’s die Weinbar im Schwindfoyer. Mit edlen Tropfen von Weingütern wie:
- Mayer am Pfarrplatz (Wien)
- Hirtzberger (Wachau)
- Ott (Wagram)
- Kerschbaum (Mittelburgenland)
- Moric
- Sattlerhof (Südsteiermark)
Dazu regionale Schmankerl – denn nichts sagt „Wiener Hochkultur“ so sehr wie ein exzellenter Riesling zwischen zwei Debütant*innen und einer übermüdeten Kamera.
Gerstner: Opernballwürstel & Punschkrapferl
Der große kulinarische Motor des Balls bleibt Gerstner – seit 1869 die verlässlichste Liaison zwischen Staatsoper und Sättigungsgrad. 290 Mitarbeiter*innen versorgen 140 Logen, 266 Tische und 11 Buffets.
Serviert wird eine Mischung aus Wiener Klassiker und Opernball-tauglicher Fingerfood-Eleganz: Opernballwürstel, Gulaschsuppe, Brötchen mit Roastbeef, Lachsforelle oder Flusskrebs. Für Veggies gibt’s Linseneintopf, Hummus, Erbsen-Chilicreme, Burrata & Co.
Und auch an die Naschkatzen des Abends wird gedacht mit „Erdbeeren im Frack“, Punschkrapferl, Pariser Spitz und Petit Four „Oper“. Neu 2026: frisch gezogener Wiener Apfelstrudel als Show.

Wos kost di Wöd?
Der Opernball ist allerdings kein Ort, an dem man „nur kurz“ was isst. Es ist ein Ort, an dem du mit einem Würstel beginnst und mit einem kleinen Kredit endest. Die Preise, die vorab – als quasi letzter Akt der Pressekonferenz – bereits kommuniziert wurden, haben es nämlich in sich:
- Opernballwürstel mit Handsemmel: 18 €
- Gulaschsuppe mit Handsemmel: 18 €
- veganer Linseneintopf mit Handsemmel: 18 €
Das Schöne daran: egal ob Fleisch, Suppe oder vegan – es kostet alles gleich viel, damit niemand das Gefühl hat, gespart zu haben. Und munter geht es weiter mit den Getränken:
- Bier (0,33 l): 15,50 €
- Mineralwasser (0,33 l): 9,90 €
- Coca-Cola (0,33 l): 12,50 €
- Weißer Spritzer: 15,50 €
- Wein glasweise (0,125 l): ab 17,00 €
- Sekt (0,1 l): ab 21,00 €
- Champagner (0,1 l): ab 39,00 €
Das sind Preise, bei denen man kurz überlegt, ob man nicht einfach den in die Staatsoper geschmuggelten Flachmann am Klo mit Leitungswasser auffüllt.
Ströck-Krapfen am Wiener Openball
Die Ströck Feierabend-Bar auf der Hinterbühne und die „Süße Kurve“ sorgen ebenfalls für besondere Genussmomente. Bereits zum siebten Mal verwöhnt das Team der Ströck Feierabend Bäckereien & Restaurants mit Kulinarik rund um Brot und Wein: Serviert werden Bio-Feierabend-Würstel (von Thum), Holzofenbrot mit Rote-Rüben-Hummus, Erdäpfelgulasch und Mini-Krapfen von Patissier Pierre Reboul.
Plus: Alle Gäste bekommen beim Rausgehen Jourkrapfen mit. Ob als Wegzehrung, oder damit man am nächsten Tag beim Aufwachen daran erinnert wird: „Du warst wirklich dort.“ Und mit extra viel Mut, morgen das Online-Banking zu öffnen.
Zum Schwarzen Kameel trifft Salon Campari
Das Schwarze Kameel liefert am Opernball genau das, wofür man es liebt: Schinkenbrötchen, Canapés, Punschkrapferl und die Extraportion Wiener Schmäh mit einer Prise Oberkellner-Grand. Der ist aber kostenlos.
Nebenan der Salon Campari mit dem legendären Negroni, Sbagliato, Caprese, Prosciutto di San Daniele. Kurz: Italien zu Gast in Wien – Preis auf Nachfrage.

Bars, die Stimmung und Hochprozentiges bringen
The Number One Vienna – hosted by Tür 7
Ein ganz neues Konzept liefert die Tür 7, Wiens „American Bar des Jahres“: keine Barkarte – weil Individualität. Jeder Drink wird „im Moment komponiert“. Was ein wunderschöner Satz dafür ist, dass man nicht weiß, was man bekommt – aber es auf jeden Fall instagrammable ist. Preis? Surprise!
Club Opera: Kleinod
Das Kleinod hingegen mixt im Club Opera wieder Cocktails von klassisch bis Lava Lampe Shots. Das ist dann der Teil des Abends, wo man sich einbildet, es wäre eine Party – bis man realisiert, dass man immer noch in der Staatsoper ist und gerade jemand im Frack „Wuhuuuuu“ ruft.
Fazit: Der Opernball ist Wiens teuerste Stehparty – und genau deshalb funktioniert er
Am Ende ist der Opernball wie ein perfekt gebügeltes Frackhemd: ein bisschen absurd, komplett übertrieben, und doch irgendwie beeindruckend. Bleibt nur noch zu sagen: Alles Walzer. Und alles teuer.