Freitag hin, Sonntag zurück: Warum sich ein Wochenende in Triest allemal auszahlt
In nur wenigen Stunden kommt ihr von Wien nach Triest und dort warten historische Kaffeehäuser, richtig gutes Essen, verwinkelte Gassen und jede Menge Dolce Vita. Wir verraten, was ihr in einem Wochenende erleben könnt!
Einfach mal kurz abhauen und eine Portion italienisches Lebensgefühl tanken? Dann ist Triest genau das richtige Ziel. Ein Wochenendtrip von Freitag bis Sonntag reicht völlig aus, um die charmante Hafenstadt kennenzulernen. Man ist schnell mit dem Zug vor Ort, kann sie wunderbar zu Fuß erkunden und steckt trotzdem voller Highlights. Und das Beste daran: Ihr werdet euch automatisch an das gemütliche italienische Tempo anpassen.
FREITAG
Ankommen und den ersten Kaffee schlürfen
Durch den Koralmtunnel düst man von Wien inzwischen in nur sechseinhalb Stunden ohne Umstieg bis ans Meer nach Triest. Konkret bedeutet das: Ankunft um 13:30 Uhr in der kleinen, charmanten italienischen Stadt.
Nach dem Check-In im Hotel ist der erste Stopp dann – wie sollte es anders sein – im Café! Immerhin gilt Triest als Kaffeehauptstadt Italiens und davon solltet ihr euch definitiv selbst überzeugen. Im ältesten Café der Stadt, im Caffé Tommaseo, gönnt ihr euch in kaiserlichem Ambiente eine Pause und lasst euch von den Kellner*innen beraten, was ihr probieren solltet.

Schon gewusst? In Triest gibt es ein eigenes Wörterbuch für die Kaffee-Bestellung! Statt wie im Rest von Italien einen Espresso, bestellt man hier einen Nero. Und das absolute Lieblingsgetränk der Einheimischen ist der Capo in B: ein Espresso Macchiato serviert im Glas.
Die wichtigsten Infos:
- Anreise: direkte Zugverbindung von Wien (6,5 h)
- Kaffee-Sprache: Espresso = Nero, Capo in B = Espresso Macchiato im Glas
- süßer Bonus: häufig wird ein kleiner Schokoladen-Shot zum Kaffee Serviert
- Café Tommaseo: ältestes Café in Triest (seit 1830) mit illy Kaffee, täglich geöffnet

Handgemachtes shoppen & Pizza-Sandwiches snacken
Weiter geht es dann ganz gemütlich: Triest entdeckt ihr am besten, wenn ihr euch einfach treiben lässt. Schlendert entlang des Canale Grande und durch die süßen Gassen der Altstadt. Besonders rund um die Via Cavana und das ehemalige jüdische Viertel reiht sich ein kleines, charmantes Geschäft ans nächste.
Dort lässt sich auch der ein oder andere handgemachte Schatz von einheimischen Künstler*innen entdecken. Bei Michela von Ullala Cappelli shoppt ihr von Hand gefertigte Hüte in allen Farben und Formen und Lodovica schmiedet in ihrem Atelier lodovica fusco zarten Goldschmuck.

Spätestens nach der Bummel-Tour ist es Zeit für den nächsten kulinarischen Stopp. Bei Trapizzino bekommt ihr für fünf Euro dreieckige, knusprige Pizza-Taschen, gefüllt mit italienischen Klassikern – darunter etwa Parmigiana, Fleischbällchen oder Hähnchen mit Kräutern. Unser Favorit? Ganz klar die cremigen Auberginen mit Parmesan.
Die wichtigsten Infos:
- Shopping: Antiquitäten- & Buchläden, Boutiquen, Vintage-Stores rund um die Via Cavana & das ehemalige jüdische Viertel
- Mitbringsel: viele Künstler*innen verkaufen handgemachte Produkte
- Snack: Trapizzino für 5 €; täglich geöffnet

Von den Burgmauern über die Dächer blicken
Es gibt doch nichts Schöneres, als eine Stadt von oben zu sehen, oder? Deshalb geht es als nächstes hoch hinaus auf die Burg Castello die San Giusto. Von hier oben könnt ihr den besten Blick auf Triest genießen – über die Dächer, bis hin zu Hafen und aufs Meer! Vom Zentrum spaziert ihr in rund 20 Minuten hoch zur Burg oder – und das ist unser Tipp – ihr fahrt mit dem Lift vom Parkplatz rauf und spaziert stattdessen danach über die vielen Treppen runter. Denn der Weg zurück ist durch den Ausblick weitaus lohnender!

So oder so habt ihr euch den Aperol danach auf jeden Fall verdient. Hier haben wir ein ganz besonderes Geheimtipp-Platzerl in petto: den Piazza Barbacan im Herzen der Altstadt. Dort lässt es sich so richtig gut im italienischen Tempo ankommen – zum Beispiel bei einem erfrischenden Aperitif in der Bar Barbacan.
Die wichtigsten Infos:
- Aufstieg: ca. 20 Minuten zum Castello di San Giusto
- Alternative: mit dem Lift vom Parkplatz hochfahren & bergab spazieren
- Castello di San Giusto: DI–SO, 10–19 Uhr, Eintritt: 7 €
- Bar Barbacan: Kaffee, Weine, Longdrinks & Aperitivi; MO–SA

Sardellen in allen Variationen & schaukelnde Boote
Triest ist eine Hafenstadt mit langer Tradition – daher darf ein Besuch in einem Fisch-Restaurant keinesfalls fehlen! Köstliches Abendessen ohne Schnickschnack, aber dafür mit viel Geschmack gibt es bei Marco in der Osteria Salvagente – eine der letzten authentischen Osterias der Stadt. Serviert bekommt ihr hier frischen Fisch und lokale Weine.

Ein Fisch, der typisch für Triest ist, wird besonders gefeiert: Sardellen! Die gibt es in allen Variationen, eingelegt in Öl mit Zitrone, in Bröseln mit Mandeln oder als Parmigiana di Mare. Letztere solltet ihr unbedingt probieren! Danach lohnt sich ein Sonnenuntergangs-Spaziergang runter zum Hafen, um die schaukelnden Boote zu beobachten und den Abend ausklingen zu lassen.
Die wichtigsten Infos:
- Sardellen: typischer Fisch für Triest, entstanden als Gericht der Fischer
- Osteria Salvagente: Fisch aus dem Golf von Triest & der nördlichen Adria, MO & DI geschlossen
- weitere Fisch-Lokale: Osteria el Cassettin, Tavernetta al Molo, Trattoria Nero di Seppia oder Trattoria Al Faro
- für Sonnenuntergang: Spaziergang am Hafen & zur Molo Audace

SAMSTAG
Morgenstimmung beim Schloss & Meeresluft schnuppern
Der frühe Vogel fängt den Wurm: Das ist zwar nicht typisch für Italien, aber für den Samstag definitiv unsere Empfehlung. Mit Bus Nummer 6 fahrt ihr vom Zentrum zum Schloss Miramare. Wenn ihr hier aussteigt, könnt ihr noch gemütlich an der Promenade Richtung Schloss spazieren und die ersten Sonnenstrahlen einfangen. Die Stimmung dort ist vormittags, wenn noch wenig los ist, wirklich magisch.
Beim Schloss gibt es übrigens einen kleinen Illy-Café-Stand (illy Kaffee kommt nämlich aus Triest), wo ihr Espresso und ein Küchlein für ein klassisches italienisches Frühstück bekommt. Und ihr solltet auch unbedingt durch den wunderschönen, blühenden Schlosspark spazieren. Unser Tipp für ein kleines Bonus-Erlebnis: Es fahren auch regelmäßige Boote von Triest zum Schloss Miramare.

Zurück könnt ihr dann entweder über die Promenade zu Fuß oder ihr nehmt einfach wieder den Bus. Nächster Halt ist dann der Stadt-Strand Barcola Beach oder einer der vielen Terrassen-Vorsprünge, auch Topolino genannt. Dort tummeln sich Italiener*innen, um Kreuzworträtsel zu lösen, zu baden oder beim Imbiss etwas zu snacken. Das Meer ist an vielen Stellen glasklar – ihr solltet also auf jeden Fall eine Schwimmpause einplanen.
Die wichtigsten Infos:
- Anreise zum Schloss: Buslinie 6 & 36 oder mit der Fähre
- Schloss Miramare: ehemalige Residenz des Erzherzogs Ferdinand Maximilian von Habsburg; täglich 9–19 Uhr geöffnet
- Schlosspark: 22 Hektar mit Botanik, Skulpturen, Brunnen & Teichen; täglich 8–19 Uhr
- Strände: Topolini & Barcola Beach

Schinkenbrot & Gulasch im Buffet von Triest schlemmen
Jetzt wird es ein bisschen verrückt … Denn anders als man von Italien erwarten würde, ist Triest bekannt für Rindergulasch und Schinkenbrot mit Kren und Senf! Die Stadt ist nämlich auch heute noch geprägt durch eine Buffet-Kultur, die vor über hundert Jahren entstanden ist, damit sich Hafenarbeiter vormittags mit einer kräftigen Mahlzeit stärken konnten. Bedeutet: Es gibt zahlreiche traditionelle Buffets, wo im Stehen gegessen wird und deftige Speisen serviert werden.

Anna und Paolo betreiben mit dem Buffet L’Approdo eines der ältesten Buffets der Stadt – seit 1993. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Unser Lieblingsgericht: Gnocchi di Susine – quasi Zwetschgenknödel mit Zimt und Butter, die es saisonal auch mit Marille gibt! Das Menü wird im Buffet L’Approdo stets an die Jahreszeit angepasst.
Die wichtigsten Infos:
- Buffet-Kultur: kräftige Mahlzeiten, ursprünglich für Hafenarbeiter
- Klassiker: Schinkenbrot mit Kren, Rindergulasch mit Gnocchi, Cordon Bleu, Fischbrötchen & Gnocchi di Susine; im Winter Schweinefleisch aus dem Kessel
- Saisonal: Speisen wechseln je nach Jahreszeit
- Buffet L’Approdo: seit 1993, SO & MO geschlossen
- Weitere Buffets: Buffet da Pepi, Buffet Marascutti

Durch den Markt schlendern & einen Capo in B bestellen
Direkt neben dem Buffet, spaziert ihr dann weiter in die Triester Markthalle, die von Montag bis Samstag geöffnet ist. Buntes Gemüse, frisches Obst, Fisch und Fleisch – hier findet ihr alles, was das Herz begehrt. Vor allem aber ist es ein richtig authentisches Erlebnis, wenn man einfach mit den Stand-Betreiber*innen darüber quatscht, was sie an Triest lieben.

Gegen die Müdigkeit nach so einem aktiven Tag hilft aber natürlich nur eines: Kaffee, Kaffee, Kaffee – und schöne, historische Cafés gibt es in Triest wirklich einige zu entdecken. Entweder ihr macht nur wenige Schritte und schaut im Stehcafé Gran Malabar vorbei – wo es übrigens auch köstliche lokale Weine gibt, oder ihr gesellt euch in das Antico Caffé Torinese und schlürft den Capo in B an der original historischen Bar aus dem Jahr 1919.
Die wichtigsten Infos:
- Markthalle: MO 8–14 Uhr; DI–SA 8–17 Uhr
- Antico Caffé Torinese: historische Bar von 1919, Triester Kaffee, Cocktails, Longdrinks & Aperitivi; SO geschlossen
- Gran Malabar: authentisches Stehcafé mit Hausbrandt Kaffee & gut sortierte Weinbar mit rund 60.000 Flaschen im Keller; täglich geöffnet

7 Gänge mit Meeres- & Bergaromen speisen
Triest ist für Foodies wirklich ein Geheimtipp und wird kulinarisch häufig unterschätzt. Wie wahr das ist, merkt man spätestens beim Abendessen im 2-Michelin-Sterne Restaurant Harry’s Piccolo. Die Köche Davide, der aus den Dolomiten stammt, und Matteo, der aus Triest kommt, vereinen die Einflüsse ihrer beiden Heimaten zu einer wahren Geschmacksexplosion auf dem Teller.

Sieben Gänge und zwei Grüße aus der Küche bekommt ihr serviert. Kostenpunkt: ab 210 Euro – eine Gönnung, die aber jeden Cent wert ist! Übrigens haben die beiden erst im März ein weiteres Restaurant in Poreč eröffnet, das nun ebenso einen Michelin-Stern abgeräumt hat.
Die wichtigsten Infos:
- Auszeichnungen: 2-Michelin-Sterne-Restaurant
- verschiedene Menüs: mit Fisch aus Meer, See & Fluss, Signature Dishes oder L’Incontro – Kombination aus Adria & Dolomiten; ab 210 €
- Öffnungszeiten: SO & MO geschlossen
- Reservierung: unbedingt vorab einen Tisch reservieren

SONNTAG
Traditionellen Presnitz frühstücken & in Büchern blättern
Zum Sonntag gehört ein ruhiger Start in den Tag mit einem süßen Frühstück dazu. In der ältesten Konditorei der Stadt, La Bomboniera, ist allein schon das Ambiente zuckersüß. Hier findet ihr fluffige Croissants und traditionelles Triester Gebäck von Presnitz über Pinza bis hin zu Triester Variationen unserer Sachertorte als Nuss-Sacher, die Sacher Noci.
Unbedingt probieren solltet ihr das traditionelle Presnitz Gebäck – gerollter Blätterteig gefüllt mit Nüssen, Zitrone, Zimt und Rum. Alle Backwaren werden übrigens im Original Holzofen aus dem Jahr 1836 gebacken.

Der Tag geht dann gemütlich weiter beim nächsten historischen Café aus dem Jahr 1914: dem legendären Literatencafé San Marco, das Buchhandlung und Kaffeehaus in einem vereint. Hier werden immer wieder Lesungen, Buchvorstellungen und sonstige kulturelle Events, aber auch Wein- oder Kaffeeverkostungen abgehalten.
Die wichtigsten Infos:
- typisches Triester Gebäck: Presnitz, Pinza, Putizza, Rigojanci – Einflüsse aus Österreich, Ungarn, Slowenien
- La Bomboniera: älteste Konditorei der Stadt, Original Holzofen von 1836; täglich geöffnet
- Caffè San Marco: Triester Kaffee (90 % Arabica), Buchhandlung & Kulturtreffpunkt; täglich geöffnet

Ein letztes Eis schlecken & an der Promenade spazieren
Ein Trip nach Italien ohne Eis? Unmöglich! Einer unserer Lieblings-Spots für cremiges Eis mit natürlichen Zutaten: das Natura Gelato. Hier gibt es übrigens auch vegane Optionen. Vor der Abreise könnt ihr euch in der Charlotte Croissanterie noch eine Carbonara-Roll als Snack einpacken. Schmeckt super intensiv mit Guanciale und Ei, wenn auch ein wenig fettig, aber so schläft sich’s während der Fahrt auch besser.

Und der letzte Stopp: Spaziert noch mal an der Uferpromenade entlang, um euch gebührend vom Meer und der wunderschönen Stadt zu verabschieden. Von den vielen Italiener*innen, die hier eine Pause einlegen, könnt ihr euch noch Tipps für die nächste Reise nach Triest abholen. Zurück geht es mit der Direktverbindung um 14:37 Uhr.
Ihr habt mehr Zeit? Nur rund 30 Minuten mit dem Bus entfernt, startet bei Sistiana der wunderschöne Rilke-Wanderweg. Der 2,2 Kilometer lange Küstenweg führt mit spektakulären Ausblicken entlang der Klippen bis nach Duino (hin und retour ca. 2 Stunden) – dort könnt ihr auch das Castello di Duino besichtigen. Am Rückweg könnt ihr euch am wilden Strand Liburnia abkühlen oder im Bagno Castelreggio. Also, worauf wartet ihr? Koffer packen und los geht’s!
Die wichtigsten Infos:
- Eis schlecken bei: Natura Gelato, Gelato Marco oder Gelateria Jazzin
- Rückreise: direkte Zugverbindung am Nachmittag (6,5 h)
- Bonus: Wer mehr Zeit hat – die Küste am Rilke Wanderweg erkunden

Isabels Highlights in Triest:
Übernachten bei:
Essen bei:
- Trapizzino: für den perfekten Snack zwischendurch
- Osteria Salvagente | Osteria el Cassettin | Tavernetta al Molo | Trattoria Nero di Seppia | Trattoria Al Faro: für alle Fisch-Liebhaber*innen
- Harry’s Piccolo: für Fine Dining mit zwei Michelin-Sternen
- Buffet L’Approdo | Buffet da Pepi |Buffet Marascutti: für ein authentisches Triester Buffet-Erlebnis
- Azienda agricola Verginella | Gabrovec Osmiza: für ein Heurigen-Erlebnis in Italien
- Pasticceria La Bomboniera: wenn der süße Hunger kommt
- Natura Gelato | Gelato Marco | Gelateria Jazzin: für köstliches Gelato
Kaffee trinken bei:
- Caffé Tommaseo: ältestes Café in Triest
- Caffé Degli Specchi: beste Lage am Piazza dell’Unità d’Italia
- Gran Malabar: authentisches Stehcafé
- Antico Caffè Torinese: für guten Café oder Aperitif
- Caffè San Marco: schönstes Ambiente in einer Buchhandlung
Aperitif trinken bei:
- Bar Barbacan: Geheimtipp-Bar mit liebster Besitzerin
- Enoteca Nanut: erlesene Weine, Käse & gute Musik
- Gran Malabar: lokale Weine & Cicchetti (kleine Häppchen)
Strände:
- Barcola: sympathischer Stadtstrand
- Topolino: Terrassenvorsprünge perfekt zum Bräunen
- La Lanterna: früher geschlechtergetrennter Badestrand
- Liburnia & Bagno Castelreggio: schöne Strände etwas außerhalb
Melde dich zum Magazine Newsletter an!
Die besten Tipps für Österreich und darüber hinaus in deinem Postfach: die schönsten Reisetipps, coole Ausflugsziele, spannende Events, exklusive Gewinnspiele und vieles mehr.