Wiener Kaffeehauskultur statt Matcha Latte: Der Bräunerhof ist wieder da
Keine Sorge: Der Bräunerhof ist nicht zum Co-Working-Space mit Hafermilch-Flatrate geworden. Das Wiener Kaffeehaus-Urgestein ist zurück – frisch renoviert, aber herrlich alt geblieben!
Es gibt Orte in Wien, die sind mehr als ein Café. Sie sind Institution, Zeitmaschine und verlängertes Wohnzimmer in einem. Der Bräunerhof gehört definitiv dazu. Nach einer umfassenden Renovierung hat das legendäre Kaffeehaus in der Stallburggasse im 1. Bezirk jetzt wieder geöffnet – und sieht dabei aus, als hätte es sich einfach nur besonders gut ausgeschlafen.
Rund vier Millionen Euro wurden investiert, damit der Bräunerhof fit für die Zukunft wird. Die gute Nachricht für Nostalgiker*innen: Niemand muss Angst haben, dass Neonröhren, Self-Order-Terminals oder Matcha-Latte-Schaumkunsteingezogen sind.
Die historische Holzvertäfelung, Marmortische und die typische Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre sind erhalten geblieben– nur in Sachen Technik und Infrastruktur wurde an der einen oder anderen Schraube gedreht.

Wiener Traditionscafé in frischem Gewand
Seit seiner Eröffnung im Jahr 1920 war der Bräunerhof Treffpunkt für Kunstschaffende und Intellektuelle. Persönlichkeiten wie Thomas Bernhard, Oskar Werner oder Helmut Qualtinger gingen hier ein und aus. Heute kann man sich also mit einer Melange an genau jene Tische setzen, an denen vermutlich schon die nächste Theaterkritik oder ein berühmter Roman begonnen hat.

Mehlspeisen, Wiener Küche und ganz viel Kaffee
Kulinarisch bleibt alles beim Bewährten: Es gibt klassische Kaffeespezialitäten, hausgemachte Mehlspeisen und den ganzen Tag Wiener Küche. Ergänzt wird die Speisekarte durch Spezialitäten aus den gastronomischen Betrieben der Familien Plachutta (Plachutta Betriebe) und Friese (Zum Schwarzen Kameel, Bar Campari), die den Bräunerhof übernommen und behutsam modernisiert haben.
Ob Frühstück, Mittagessen, Kaffee-und-Kuchen-Pause oder Abendbesuch – der Bräunerhof gehört zu den Wiener Kaffeehäuser, bei denen man sich einfach wohlfühlt und ein bisschen in eine frühere Zeit eintauchen darf. Manche Klassiker brauchen eben kein komplettes Makeover – manchmal reicht eine Generalüberholung, damit sie auch die nächsten hundert Jahre Wien mit Kaffee versorgen können und werden.

Die wichtigsten Infos:
- Was? Traditionskaffeehaus seit 1920, nach Renovierung wieder geöffnet
- Wo? Café Bräunerhof: Stallburggasse 2, 1010
- Speisekarte? Wiener Küche, Mehlspeisen und Kaffeeklassiker
- Öffnungszeiten? Täglich: 8–22.30 Uhr