Kochbuch zum Song Contest: United by Music – and Food-Love!
ESC-Expertin Manuela Tiefnig hat ein neues Kochbuch rund um den ESC geschrieben: Hier findet ihr Rezepte aus 35 Teilnehmerländern und Facts rund um den Eurovision Song Contest. Im Interview spricht sie über ihre Lieblingsküchen und verrät ihre Geheimtipps rund um den Song Contest in Wien!
Eine kulinarische und musikalische Rundreise durch ganz Europa: Nichts anderes findet ihr im neuen Eurovision Song Contest Kochbuch, das ab sofort im Handel erhältlich ist.
Das 184-seitige Werk, entstanden in Zusammenarbeit mit Brandstätter Verlag und ORF, bringt typische Gerichte aus allen 35 Teilnehmerländern auf eure Teller – inklusive spannender Hintergründe und Fun Facts rund um die 70-jährige Geschichte des Eurovision Song Contest.
Wir haben mit Autorin Manuela Tiefnig gesprochen: In unserem Interview erzählt die Journalistin und ESC-Expertin von ihren spannendsten Erlebnissen, ihrer großen Liebe zum Essen und gibt persönliche Tipps für den ESC in Wien – egal, ob ihr aus der Stadt seid oder extra dafür anreist.
Musik hat etwas Verbindendes, genau wie das Essen. Da macht ein ESC-Kochbuch schon sehr viel Sinn! Trotzdem: Wie kam es dazu, dass du das geschrieben hast?
Ich bin seit Jahren Journalistin und war in den letzten Jahren für verschiedene Medien beim Eurovision Song Contest – etwa in Stockholm, Lissabon oder Liverpool. Auf jeder Reise bin ich in die Landesküchen eingetaucht.
Ich habe in Portugal Meeresfrüchte gegessen, in Schweden Elchfleisch gekostet, in der Ukraine Borschtsch probiert… Als der Brandstätter Verlag und der ORF auf mich zukamen, weil sie ein Kochbuch zum ESC machen wollten und dazu jemanden mit viel ESC-Expertise brauchten, habe ich sofort zugesagt.

Gab’s in diesen Ländern ein persönliches kulinarisches Highlight für dich?
2019 war ich in Tel Aviv und es gab dort die Möglichkeit, an einem Schabbat-Dinner teilzunehmen. Menschen vor Ort haben Journalist*innen zu sich eingeladen. Ich und ein amerikanischer Journalist durften einen netten Herrn und seinen Lebensgefährten besuchen. Zwei Freunde der Gastgeber kamen dann auch noch dazu.
Wir haben uns gegenseitig von unseren ESC-Lieblingssongs erzählt, haben später dazu gesungen und getanzt, nebenbei die hervorragenden mediterranen Häppchen gegessen. Ich habe mir vor der Einladung gedacht, wir besuchen unsere Gastgeber dort halt so ein, zwei Stunden. Letztlich bin ich bis zwei in der Früh picken geblieben! United by Music, sozusagen.
Welches der 35 ESC-Länder beheimatet deine Lieblingsküche?
Da gibt es einige. Im Buch findet sich da zum Beispiel ein griechisches Rezept für knusprige Tomatenlaibchen, sowas finde ich richtig gut. Generell bin ich ein Fan der mediterranen Küche, wobei ich zum Beispiel auch mit Dänemark viel anfangen kann – die haben so richtig geile Süßigkeiten…
Oh! Was für ein dänisches Rezept findet sich dann im Song Contest Kochbuch?
Rote Grütze! Das ist ein Beerengericht, das aus Sauerkirschen, roten Johannisbeeren und Himbeeren besteht.
Klingt originell.
Ja, im Buch finden sich neben vielen Anekdoten und Facts rund um den ESC echt spannende Rezepte von Aserbaidschan (Dovga, eine Joghurt-Kräuter-Suppe) bis hin zu bekannteren Klassikern. Für Österreich hat’s zum Beispiel das Wiener Schnitzel reingeschafft.
Klar. Themenspezifisches Essen ist ja auch eine sehr gute Idee, wenn jemand mal einen Abend unter das Motto eines bestimmten Landes stellen will…
Voll! Ich schaue mit Freund*innen immer das Melodifestivalen (die sehr renommierte schwedische Vorentscheid-Show zum Song Contest, Anm. d. Red.). Unsere Watchpartys sind sehr thematisch angehaucht: Da gibt’s schon mal Snacks von einem bekannten schwedischen Möbelriesen.
Natürlich bietet es sich gerade hier perfekt an, das schwedische Rezept aus dem ESC-Kochbuch auszuprobieren. Das ist übrigens eine Anleitung für Pasta mit Köttbullar und Preiselbeeren!

Zum ESC 2026 kommen ja auch wieder ganz viele internationale Gäste nach Wien. Hast du Lokaltipps, wo sie in der Stadt gut essen gehen können?
Ich mag das Sette im 7. Bezirk total gern, da gibt’s supergute römische Pizzen. Das hat mir eine Freundin aus Rom mal empfohlen und ich liebe das Lokal heiß!
Für eine traditionellere Küche empfehle ich das Schilling, das auch im 7. Bezirk daheim ist. Generell bin ich gern im Siebten, kulinarisch ist das Angebot dort schon ein Wahnsinn!
Und welche Wiener Sightseeing-Tipps empfiehlst du ESC-Besucher*innen?
Die Staatsoper sollten sie sich auf jeden Fall anschauen, da hat immerhin unser amtierender ESC-Sieger JJ seine musikalischen Wurzeln. Für Song Contest Fans ist das also ein Muss!
Ich würde mit Besucher*innen auch eine Fahrt beim Wiener Prater mit dem Riesenrad machen. Ich lebe selbst schon lange in Wien, mache das aber immer wieder gern.
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Last, but not least: Was sollten Wiener*innen unbedingt machen, die in der ESC-Woche etwas Spezielles erleben wollen?
Eigentlich der Euroclub, der heuer im Praterdom stattfindet. Nach den Jury- und Live-Shows gibt es da immer eine große ESC-Party. Wenn ein Land nach dem Semifinale ausscheidet, gibt’s zuerst immer wieder einige traurige Gesichter – als Österreicherin habe ich so eine Enttäuschung auch schon hie und da erlebt.
Aber genau das ist beim Euroclub dann immer schön zu sehen, wie alle sich den Frust wegtanzen können und wie letztlich das gemeinsame Feiern in den Vordergrund rückt! Da sieht man dann einfach, dass der ESC eine „friendly competition“ ist und letztlich das Gemeinsame im Vordergrund steht. Und ich freue mich auch über alle Menschen, die jetzt auf den ESC-Zug aufspringen und den Song Contest in Wien feiern.
Warum?
Ich habe den ESC immer schon verfolgt. Richtig tief reingekippt bin ich 2014, als Conchita den Bewerb gewann und der Song Contest im Jahr darauf in Wien stattfand. Da war ich dann mittendrin statt nur dabei. Mir haben die Shows den Zugang zu einer Bubble eröffnet, die ich nicht kannte: Wo es wurscht ist, wo du herkommst und wo es wurscht ist, wen du liebst. Das war echt lebensverändernd für mich!
Die wichtigsten Infos zum ESC-Kochbuch
- Titel: Eurovision Song Contest – Das Kochbuch
- Inhalt: landestypische Gerichte aus 35 ESC-Teilnehmernationen & Infos und Facts zu 70 Jahren Eurovison Song Contest
- Hardfacts: Hardcover, 184 Seiten, 28 €
- Zum Buch
- Veranstaltungstipp: Lesung am 2.4.2026, 19 Uhr, im Thalia Wien Mariahilfer Straße
