1000things Ranking: Die 10 schönsten Gassen in Wien 2027
Welche Wiener Gassen sind einen Abstecher wert? Wir haben uns durch die Stadt geschlängelt, besonders charmante Gassen genau unter die Lupe genommen und im Zuge unserer 1000things Rankings zehn Favoriten ausgewählt.
Wien ist nicht nur prunkvolle Ringstraße und mächtige Prachtbauten – das wahre Herz der Stadt schlägt in ihren verwinkelten Gassen. Hier treffen jahrhundertealte Geschichte, schattige Pawlatschenhöfe, urige Heurigenkultur und verkehrsberuhigte Oasen aufeinander.
Für unser 1000things Ranking 2027 sind wir durch die Bezirke flaniert und haben die zehn atmosphärischsten, lebendigsten und schönsten Gassen gekürt, die ihr 2027 unbedingt entdecken müsst. Bewertet haben wir ihre Atmosphäre, den architektonischen Charme, die Infrastruktur und das Angebot vor Ort.
10. Blutgasse, 1010
Direkt hinter dem Stephansdom verbirgt sich ein besonders altes Stück Wien: Die krummen Häuserzeilen mit ihren sogenannten Schwibbögen atmen historische Altstadt-Atmosphäre – schließlich reichen die Fundamente des Häuserkomplexes zurück bis ins 12. Jahrhundert.
Das wahre Highlight wartet beim Blick hinter die Fassaden: Wer bei Hausnummer 3 durch das Tor linst, blickt auf einen der fotogensten Pawlatschenhöfe der Stadt mit typischen Holzgängen aus dem 17. Jahrhundert. Über die Hausnummer 5 spaziert man weiter in den Fähnrichhof und vergisst im Handumdrehen, dass die trubelige Innenstadt nur ein paar Schritte entfernt liegt.
Das Besondere an der Blutgasse:
- Fußgängerzone mit historischen Gebäuden (vielfach unter Denkmalschutz)
- einer der ältesten Häuserkomplexe Wiens
- Hidden Spot hinter Hausnummer 3: Pawlatschenhof mit traditionellen Holzgalerien aus dem 17. Jahrhundert

9. Karmelitergasse, 1020
Ein Spaziergang durch die Leopoldstadt führt fast unweigerlich in die Karmelitergasse – und damit mitten ins Herz des Karmeliterviertels. Flankiert von koscheren Bäckereien, kleinen Galerien und Handwerksbetrieben führt die Gasse im historischen jüdischen Grätzl schnurstracks zum Karmeliterplatz mit angrenzendem Karmelitermarkt – dem übrigens ersten energieautarken Markt Europas.
Egal, ob ihr morgens für einen hervorragenden Espresso vorbeischaut, nachmittags durch kleine, unabhängige Boutiquen stöbert oder abends in einer der feinen Weinbars hängen bleibt – die Karmelitergasse liefert echtes Grätzl-Gefühl abseits des großen Innenstadt-Trubels und ganz in der Nähe des Augartens.
Das Besondere an der Karmelitergasse:
- Nähe zum Karmelitermarkt, dem kulinarischen Zentrum des 2. Bezirks
- spannender Grätzl-Mix Tür an Tür
- Zentrum des jüdischen Lebens in Wien

8. Maria-Treu-Gasse, 1080
Ein Blick auf unseren 8. Platz reicht, um zu verstehen, warum Film- und Fototeams hier immer wieder ihr Equipment aufbauen. Die kleine, gepflasterte Maria-Treu-Gasse führt schnurgerade auf den Jodok-Fink-Platz und die stattliche Barockkirche Maria Treu zu und liefert mit ihren bestens erhaltenen Biedermeier-Fassaden den vermutlich schönsten Postkarten-Blick der Josefstadt.
Wer abseits der großen Einkaufsstraßen flanieren möchte, findet hier außerdem eine wohltuend ruhige Ecke. Zwischen kleinen Antiquariaten und traditionsreichen Kaffeehäusern weht sogar ein Hauch Musikgeschichte durch die Straße – in der Piaristenkirche am Ende der Gasse führten früher schon Größen wie Joseph Haydn ihre Stücke auf.
Das Besondere an der Maria-Treu-Gasse:
- Postkarten-Sichtachse & Biedermeier-Architektur
- einladende Schanigärten & kleine Cafés
- Sommerkino am Jodok-Fink-Platz vor der Maria-Treu-Kirche

7. Brunnengasse, 1160
Pulsierendes Markttreiben mitten in Ottakring: Die Brunnengasse ist das unbestrittene Herz des 16. Bezirks. Auf über 900 Metern Länge erstreckt sich der Brunnenmarkt – der mit bis zu 170 Ständen längste ständige Straßen-Detailmarkt Europas, dessen Geschichte bis ins Jahr 1786 zurückreicht. Auch als Orient ums Eck bekannt, treffen hier bunte Obststände, nahöstliche Spezialitäten und preisgünstige Lebensmittel auf multikulturelles Ambiente.
Am nördlichen Ende mündet die Gasse nahtlos in den Yppenplatz, wo sich zahlreiche gemütliche Lokale aneinanderreihen und im Sommer jede Menge bunte Open-Air-Veranstaltungen, Konzerte und Nachbarschaftsfeste stattfinden.
Das Besondere an der Brunnengasse:
- Brunnenmarkt als längster Straßenmarkt Wiens
- bunter Mix aus nahöstlicher Küche, kleinen Design-Shops & Szene-Cafés
- verkehrsberuhigte Fußgängerzone

6. Reindorfgasse, 1150
Ab zum Kunst- und Kulturhotspot von Rudolfsheim-Fünfhaus! Die Reindorfgasse im 15. Bezirk hat sich in den letzten Jahren von einer unaufgeregten Vorstadtgasse zu einem der lebendigsten Kreativ-Spots der Stadt gewandelt.
Herzstück ist der ruhige Platz vor der Dreifaltigkeitskirche. Entlang des Straßenzugs stöbert man durch unabhängige Concept Stores, kleine Galerien und Unverpackt-Läden oder kehrt in eines der gemütlichen Grätzl-Beisln ein.
Der ultimative Anziehungspunkt ist jedes Jahr im September das Reindorfgassenfest: Dann verwandelt sich die gesamte Gasse mit mehreren Indie-Bühnen, Straßenkunst, lokalen Gastroständen und Designmarkt-Flair in eine riesige Open-Air-Festmeile.
Das Besondere an der Reindorfgasse:
- lokaler Grätzl-Charakter mit Kirchplatz & entspannten Schanigärten
- inhabergeführte Concept Stores, Galerien & authentische Beisln
- Event-Highlight: das jährliche Reindorfgassenfest im September

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5. Raimundhof, 1060
To be fair, unser 5. Kandidat ist keine Gasse im klassischen Sinne – wer aber einmal durchspaziert ist, drückt hier extrem gerne ein Auge zu. Denn: Für eine Auszeit vom Trubel der Mariahilfer Straße biegt ihr einfach auf Höhe der Hausnummer 45 in den Raimundhof ab. Als klassisches Durchhaus verknüpft die idyllische Passage gleich fünf Gebäude und vier begrünte Innenhöfe miteinander.
Kaum hat man das erste Tor passiert, schlucken die alten Gemäuer den Lärm der Einkaufsstraße. In den versteckten Höfen stöbert man durch unabhängige Boutiquen, kleines Kunsthandwerk und traditionsreiche Maßschuh-Manufakturen. Wer lieber das Treiben beobachtet, nimmt in einem der gemütlichen Schanigärten unter freiem Himmel Platz und spaziert danach ganz entspannt weiter hinunter zur Windmühlgasse.
Das Besondere am Raimundhof:
- verwinkelte Fußgänger-Passage über fünf Häuserzeilen & vier Innenhöfe
- grüne Abkürzung von der Mariahilfer Straße zur Windmühlgasse
- inhabergeführte Boutiquen, Maßschuhmacher & versteckte Schanigärten

4. Cottagegasse, 1180
Für eine Prise britisches Landhaus-Flair müsst ihr nicht nach England fliegen – es reicht auch ein Trip in den 18. Bezirk. Die Cottagegasse bildet als langgezogene Allee die grüne Lebensader des historischen Cottage-Viertels, das ab 1872 nach britischem Vorbild angelegt wurde.
Statt dicht verbauter Häuserschluchten erwarten euch hier prachtvolle Gründerzeit-Villen, mächtige alte Bäume und üppig blühende Vorgärten. Viele der denkmalgeschützten Anwesen dienen heute als Botschaften und verleihen dem Straßenzug ein besonders vornehmes Flair. Mit der Nähe zum Türkenschanzpark, findet ihr hier eine der prächtigsten Flaniermeilen Wiens.
Das Besondere an der Cottagegasse:
- englischer Landhaus-Stil, Backsteindetails & alte Alleenbäume
- prachtvolles Gründerzeit-Ambiente
- Nähe zum Türkenschanzpark


3. Stammersdorfer Kellergasse, 1210
Dass eine Millionenstadt wie Wien eine traditionelle Kellergasse mit jahrhundertealten Presshäusern im Stadtgebiet beherbergt, ist weltweit einzigartig und durchaus kurios. Und doch wird am Hang des Bisambergs seit Generationen Eigenbauwein ausgeschenkt.
Der Weg zur charmanten Stammersdorfer Kellergasse lohnt sich dabei nicht nur aufgrund der malerischen Kulisse mitten in den Reben, sondern vor allem wegen des ehrlichen Handwerks: Bei den urigen Heurigen kehrt ihr für ein kühles Achterl Gemischten Satz und eine deftige Winzerjause ein.
Wer das Ganze mit Bewegung verbinden möchte, spaziert über die Wiener Weinwanderwege direkt durch die Weinberge nach oben. Bei den regelmäßig stattfindenden Festen verwandelt sich die Gasse in eine feine Genussmeile.
Das Besondere an der Stammersdorfer Kellergasse:
- Kellergasse am Fuße des Bisambergs mit Heurigen & Buschenschanken
- rund 1/3 des Wiener Weins in Stammersdorf gekellert
- Stammersdorfer Weinfeste: Mailüfterl, Weintage & Stürmische Tage

2. Altgasse, 1130
Wer durch Hietzing bummelt, darf sich in der Altgasse über unverfälschten Dorfkern-Charme freuen. Als älteste Gasse des Bezirks punktet sie mit ihren niedrigen Bauten aus dem 19. Jahrhundert und einer herrlich entschleunigten Atmosphäre abseits der geschäftigen Hietzinger Hauptstraße.
Neuerdings präsentiert sich die Gasse als frisch herausgeputzte Begegnungszone: Helle Pflasterung, neue Bäume und runde Holz-Sitzbänke schaffen schattige Plätze zum Durchatmen. Ketten sucht man hier vergebens. Stattdessen prägen inhabergeführte Boutiquen, kleine Buchläden, Kunsthandwerk und gemütliche Cafés das Straßenbild.
Im Spätsommer wird die Flaniermeile beim traditionsreichen Hietzinger Bezirksfest außerdem zum feierlichen Treffpunkt für den gesamten Bezirk.
Das Besondere an der Altgasse:
- Dorf-Charakter & historische Architektur aus dem 19. Jahrhundert
- unabhängige Boutiquen, Läden & Cafés
- verkehrsberuhigte Begegnungszone mit Bäumen & Sitzinseln

1. Servitengasse, 1090
Ah, c’est manifique: Die Servitengasse krönt sich offiziell zur schönsten Gasse Wiens! Wer hier entlangschlendert, vergisst zwischen dem Pariser Flair und dem Duft von frischen Croissants aus der La Mercerie glatt, dass der Eiffelturm über 1.000 Kilometer entfernt liegt.
Dank des nahegelegenen Lycée Français gehört ein beiläufig gesprächiges Bonjour! beim Vorbeigehen hier aber ohnehin zum guten Ton. Und auch das gepflasterte Areal rund um die barocke Servitenkirche fühlt sich mehr nach verträumtem französischem Dorfplatz als nach Großstadt-Trubel an.
Jeden Donnerstag lädt der Wochenmarkt am Servitenplatz zum Stöbern ein. Im Frühling verwandelt das traditionelle Frühlingsfest das gesamte Grätzl in eine große Feierstraße.
Das Besondere an der Servitengasse:
- Petit-Paris-Gefühl mitten in 9. Bezirk
- begrünte Fußgängerzone rund um die barocke Servitenkirche
- Wochenmarkt & zahlreiche süße Lokale
