Michi mampft: So schmeckt’s im Restaurant XPEDIT im 1. Bezirk
In meiner Kulinarik-Kolumne Michi mampft berichte ich Woche für Woche von meinen kulinarischen Entdeckungen in Wien. Diesmal habe ich das Restaurant XPEDIT im 1. Bezirk getestet und verrate dir, was dich hier so alles erwartet und ob sich ein Besuch auszahlt.
Vor Kurzem habe ich meinen Geburtstag gefeiert. Und du kennst mein Motto ja: Hin und wieder kann und soll man sich etwas gönnen! Deshalb habe ich genau das gemacht und das Restaurant XPEDIT im 1. Bezirk besucht, das mit seinem nature to table. product driven. Konzept schon länger auf meiner Wunschliste steht.
Zur Feier des Tages habe ich mir das 6-Gänge-Chef’s-Choice-Menü genehmigt. Was ich direkt vorwegnehmen kann: Der Preis von 90 Euro pro Person ist in Anbetracht von Qualität und Portionsgrößen wirklich sehr fair kalkuliert!
Chef’s Table – bei Hitze auch im Gastgarten
Eigentlich hätte ich ja ein Platzerl am Chef’s Table reserviert, um Küchenchef Ismael Faye und seinem Team bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Nachdem es an dem Abend aber auch abends noch ordentlich schwül war, habe ich mich für einen Platz im (für den 1. Bezirk überraschend ruhigen) Gastgarten entschieden. Deswegen hat sich der Küchenmeister aber nicht weniger Zeit für seine Gäste genommen.
Gleich zu Beginn kommt er persönlich an den Tisch und erkundigt sich nach Unverträglichkeiten oder nach eventuellen Antipathien gegenüber bestimmten Lebensmitteln. Warum er das macht? Weil das Chef’s-Choice-Menü, wie der Name schon sagt, keine fixe Abfolge hat, sondern der Küchenchef persönlich entscheidet, was er seinen Gästen an dem Abend auftischt. Spoiler: Das Überraschenlassen zahlt sich aus!

Erfrischende Sommergerichte mit regionalem Touch
Los geht’s direkt mit einem sehr großzügigen Gruß aus der Küche: hausgemachtes Focaccia, gegrillte Melanzani, mexikanisch angehauchter Mole (die Schokolade schmeckt man doch sehr stark raus – muss man mögen) und – mein erstes Highlight: frische Tomaten garniert mit Pistazien und getoppt mit einem super aromatischem und erfrischend saurem Dressing. Genau das Richtige für (zu) heiße Sommerabende!

Dann kommt auch schon der erste Gang und mein nächstes Highlight: Ziegenkäse garniert mit frischen Kräutern, dazu gegrillte Weintrauben und getoastetes Sauerteigbrot von der Wiener Bäckerei Tho. Die angegrillten Weintrauben haben mich umgehauen: Die Röstaromen und Süße der Trauben kombiniert mit der Frische des Ziegenkäses – ein Traum!

Danach kommen gekochte Schnecken in Rotweinsauce. Der Garpunkt der Schnecken hat perfekt gepasst, nachdem sie an sich wenig Eigengeschmack haben, schmecken sie primär nach Sauce. Solide im Geschmack, passt meiner Meinung nach aber besser in ein herbstliches Menü.
Liebe Grüße vom Brunnenmarkt!
Weiter geht’s direkt mit dem nächsten Kracher: vom Brunnenmarkt inspirierte Makrele mit Naan-Brot und gegrilltem Paprika – alles vom Holzkohlegrill. Der Fisch hauchzart, dazu geniale Röstaromen vom Grill, das trifft genau meinen Geschmack. Dazu Joghurtdip und Zwiebelsalat – beides wunderbar erfrischend und genau richtig für den Sommer.

Naturküche trifft Riesenportion
Dann gab’s das Signature Dish des Hauses: Beef Wellington – Ribeye im selbst gemachte Blätterteig in Rotweinsauce, dazu Eierschwammerl und sautiertes Gemüse. Und ja: Das klingt nicht nur richtig deftig, das war es auch.

Versteh mich nicht falsch: Auch hier hat handwerklich alles wunderbar gepasst. Vom zarten und wunderbar saftigen Fleisch über den knusprigen Teig bis hin zu den sautierten Karotten in einer leicht süßen Sauce, die mich geschmacklich stark an Orangen erinnert. Einfach toll, aber für ein mehrgängiges Menü an einem schwülen Sommerabend vielleicht nicht unbedingt das richtige Gericht. Zum Glück packt euch das Team auf Wunsch Überbleibsel zum Mitnehmen ein.
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Mehr InformationenZu guter Letzt kommen noch zwei Desserts, die ich nach der Riesenportion Beef Wellington nur mehr mit Müh und Not schaffe: weicher Schokokuchen mit Vanilleeis und eine frische Obstmischung aus vier Sorten Melonen. Gut, aber kann beides nicht mit den oben genannten Highlights mithalten.
Michis Fazit
Hut ab vor Ismael Faye und seinem Team! Hier wurde wirklich vom ersten bis zum letzten Gericht abgeliefert. Obwohl ich den einen oder anderen Gang etwas zu deftig und zu großzügig portioniert empfunden habe, war hier (bis auf die eher unspektakulären Schnecken) kein Gericht dabei, das ich nicht sofort wieder bestellen würde. Ich komme garantiert wieder – und bestimmt nicht erst wieder zu meinem nächsten Geburtstag!
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