Nero, Capo & Dolce Vita: Die schönsten Cafés in der Kaffeehauptstadt Italiens
Triest gilt als Kaffeehauptstadt Italiens – und das völlig zu Recht! Hier reihen sich historische Kaffeehäuser aneinander, es duftet nach frischem Kaffee und die Kaffeekultur lädt dazu ein, den Moment zu genießen. Wir waren dort und verraten, welche Cafés in Triest ihr unbedingt besuchen solltet.
Kaffee ist in Triest weit mehr als ein Getränk: Er gehört zum Alltag, zur Stadtkultur und zur Identität der Einheimischen. Rund 1.500 Tassen Kaffee werden in Triest pro Person im Jahr getrunken und damit fast doppelt so viel wie im Rest von Italien.
Kaffee ist Teil unserer DNA. Wir werden mit dem Verlangen nach Kaffee geboren.
Dino vom Caffè Tommaseo
Kein Wunder, dass die Stadt als Kaffeehauptstadt Italiens gilt, denn als bedeutende Hafen- und Handelsstadt war Triest schon um 1900 einer der wichtigsten Kaffeehandelsplätze Europas. Aus aller Welt kamen Kaffeebohnen hier an, wurden gehandelt und geröstet – und Kaffee wurde zum festen Bestandteil des städtischen Lebens.
Alles dreht sich um das schwarze Gold
Diese Geschichte prägt Triest bis heute. Traditionsreiche Röstereien wie Hausbrandt oder illy Kaffee haben ihre Wurzeln in der Stadt, während sich in den historischen Kaffeehäusern eine ganz eigene Kaffeekultur erhalten hat. Wer die Stadt wirklich verstehen will, kommt deshalb nicht darum herum, einige der besonderen, traditionsreichen Cafés zu besuchen. Und eines können wir vorwegnehmen: Triest macht seinem Ruf alle Ehre, denn der Kaffee schmeckt hier überall ausgezeichnet!
Ein wichtiger Hinweis bevor ihr eure Kaffee-Tour startet: Bestellen funktioniert anders als im Rest von Italien. In der Kaffeehauptstadt gibt es nämlich ein ganz eigenes Kaffee-Vokabular:
- Wer einen Espresso möchte, bestellt einen Caffè Nero
- ein Cappuccino entspricht in Triest einem Caffè Latte
- Das Lieblingsgetränk der Triestiner*innen ist der Capo in B. Dabei handelt es sich um einen Espresso Macchiato, der „in B“, also im Glas, serviert wird. Letzteren solltet ihr unbedingt probieren!
Im ältesten Café eine Tour bekommen: Caffè Tommaseo
Wer in Triest auf den Spuren der Kaffeekultur unterwegs ist, kommt am Caffè Tommaseo kaum vorbei. Das traditionsreiche Café besteht bereits seit 1830 und gilt als das älteste Café der Stadt. Schon beim Betreten wird klar: Hier taucht man ein in ein Stück Triester Geschichte. Eine behutsame Renovierung vor rund 40 Jahren hat den historischen Charakter des Cafés nichts abgetan.
Auch die Kaffeekultur selbst folgt hier traditionellen Ritualen: Zum Kaffee werden Wasser sowie ein kleiner Shot flüssiger Schokolade serviert – der Kaffee wird traditionell erst zum Schluss getrunken. Ausgeschenkt wird illy Kaffee, der seine Wurzeln in Triest hat. Das Team im Tommaseo gibt gerne Tipps und verrät mehr über die besondere Kaffeekultur der Stadt. Übrigens ist das Tommaseo auch ein Restaurant: Mittags gibt es einen Business-Lunch, abends feine Dinner-Gerichte.
Die wichtigsten Infos:
- häufig wird ein kleiner Schokoladen-Shot zum Kaffee Serviert
- ältestes Café in Triest (seit 1830)
- italienisches Neo-Liberty-Interieur mit historischem Flair
- illy Kaffee
- täglich geöffnet

Vom Nero bis zum Negroni: Antico Caffè Torinese
Das Antico Caffè Torinese hat sein ganz eigenes Flair: Die wunderschöne, originale Bar aus dem Jahr 1919 ist bis heute erhalten. Mitten im Zentrum gelegen, ist das kleine Café mit seinen wenigen Plätzen ein echter Wohlfühlort – stilvoll, gemütlich und angenehm unkompliziert. Hier treffen Tourist*innen und Locals gleichermaßen aufeinander: Die einen genießen ihren Feierabend-Drink, die anderen bestellen schnell einen Nero an der Bar.
Serviert wird der hauseigene Triester Kaffee, ein eigener Blend des Cafés. Und auch wer lieber etwas Stärkeres im Glas hat, ist hier richtig: Neben Kaffee gibt es Cocktails, Longdrinks und Aperitivi. Unser Tipp: Nach dem Nero einfach noch auf einen Negroni bleiben, denn hier „verhockt“ es sich ausgezeichnet bei einem kleinen Plausch mit Triester*innen.
Die wichtigsten Infos:
- originale Bar aus dem Jahr 1919
- hauseigener Triester Kaffee: eigene Mischung
- Cocktails, Longdrinks & Aperitivi
- SO geschlossen

Bei Wiener-Kaffeehaus-Flair Triester Café trinken: Caffè San Marco
Das Caffè San Marco ist eines der legendärsten historischen Cafés Triests. Seit 1914 verbindet es Wiener Kaffeehaus-Flair samt italienischer Bar und Buchhandlung. Zwischen schwarzen Stühlen, Marmortischen und großen Wandspiegeln kann man in Zeitungen und Büchern stöbern – und versteht dabei schnell, warum das Café bis heute ein beliebter Treffpunkt für Literat*innen ist.
Doch das San Marco ist mehr als ein Kaffeehaus: Regelmäßig finden hier Lesungen, Buchvorstellungen, kulturelle Veranstaltungen sowie Wein- und Kaffeeverkostungen statt. Serviert wird der hauseigene Triester Kaffee, ein 90-prozentiger Arabica-Blend aus lokal eingekauften grünen Bohnen. Wer lieber im Stehen genießt, findet an der markanten Bar seinen Platz – perfekt für einen schnellen Kaffee oder Aperitivo.
Die wichtigsten Infos:
- historisches Café, Buchhandlung & Kulturtreffpunkt seit 1914
- Triester Kaffee: 90 % Arabica, eigener Blend
- Lesungen, Buchvorstellungen & Verkostungen
- auch Weine, Essen & Aperitivi
- täglich geöffnet

Zwischen Locals Kaffee & Wein schlürfen im Gran Malabar
Wer Triest ganz authentisch erleben möchte, sollte im Gran Malabar vorbeischauen. Das kleine Stehcafé ist ein echter Treffpunkt für Locals: Stammgäste kommen auf einen schnellen Nero oder Capo in B vorbei, begrüßen sich am Tresen, tauschen ein paar Worte aus und ziehen anschließend weiter zur Arbeit. Genau diese unkomplizierte Atmosphäre macht den Besuch so typisch italienisch.
Und nach dem Kaffee ist noch lange nicht Schluss: Das Gran Malabar ist gleichzeitig eine gut sortierte Weinbar mit rund 60.000 Flaschen im Keller. Dazu werden kleine Snacks und typisch triestinische Cicchetti serviert. Im Café wird Hausbrandt-Kaffee serviert, einen Blend aus 90 Prozent Arabica und 10 Prozent Robusta – passend, denn auch Hausbrandt hat seine Wurzeln in Triest. Der perfekte Ort also, um sich unter die Einheimischen zu mischen und den Tag ganz entspannt italienisch zu verbringen.
Die wichtigsten Infos:
- authentisches Stehcafé mit Hausbrandt-Kaffee
- ideal für einen schnellen Nero oder Capo in B
- Weinbar mit rund 60.000 Flaschen im Keller
- typisch triestinische Cicchetti
- täglich geöffnet

Nuss-Nougat-Kaffee am Hauplatz gönnen
Den wohl schönsten Blick auf den Piazza dell’Unità d’Italia genießt ihr im historischen Caffè Degli Specchi. Das Café stammt aus dem Jahr 1839 und versprüht noch heute den Charme vergangener Zeiten. Allein die Lage und das besondere Ambiente machen einen Besuch lohnenswert – auch wenn hier entsprechend viel los sein kann.
Neben klassischem Kaffee könnt ihr euch hier auch durch ausgefallenere Kreationen probieren. Unser Tipp: ein Kaffee mit Haselnuss-Nougatcreme und Schlagsahne – weniger Wachmacher, dafür vielmehr Dessert im Glas. Dazu gibt es feine Pralinen und Schokoladenkreationen, Kuchen und Gebäck nach historischen Rezepten sowie einfache Bistrogerichte und Brunch. Wer tiefer eintauchen möchte, kann auch Verkostungen buchen.
Die wichtigsten Infos:
- beste Lage direkt am Piazza dell’Unità d’Italia
- verschiedene Kaffee-Kreationen sowie die Klassiker
- Pralinen, Schokolade, Kuchen & Gebäck nach historischen Rezepten
- Brunch, Bistro & Verkostungen
- täglich geöffnet

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Die Zeit vergessen in Claudias Café
Die Bar Barbacan ist ein echter Juwel mitten in der Stadt – und das nicht zuletzt dank Claudia, der 80-jährigen Inhaberin, die das Café seit 16 Jahren mit viel Liebe führt. Am versteckten und charmanten Piazza Barbacan hat sie ihren Außenbereich zu einem beliebten Treffpunkt für Triester*innen gemacht. Hier kann man wunderbar im italienischen Tempo ankommen, dem Treiben auf dem Platz zuschauen und sich einfach Zeit lassen.
Der Tag beginnt hier ganz klassisch mit Brioche, Toast oder Focaccia und einem Nero oder Capo in B – und geht irgendwann nahtlos in den Aperitivo über. Serviert wird Hausbrandt-Kaffee, außerdem gibt es Weine und Longdrinks. Unser Tipp: Einen Aperol Spritz bestellen, Platz nehmen und das Dolce Vita einfach auf sich wirken lassen.
Die wichtigsten Infos:
- am charmanten Piazza Barbacan
- Hausbrandt-Kaffee
- Brioche, Toast & Focacce
- Weine, Longdrinks & Aperitivi
- SO geschlossen
