Gratis-Eis, Grammel-Gelato, Schnitzel-Eis und Preise wie 2011: Der Eis-Greissler feiert 15 Jahre
Manchmal entstehen die besten Ideen aus einem Problem. Im Fall des Eis-Greisslers war es schlicht zu viel Milch. Während andere Bauern und Bäuerinnen im Sommer vielleicht Trübsal bliesen, weil Schulen geschlossen hatten und niemand mehr Schulmilch trinken wollte, dachte sich Familie Blochberger in Krumbach offenbar: „Dann machen wir halt Eis daraus.“ 15 Jahre später ist aus dieser Notlösung eine österreichische Kultmarke geworden – inklusive Erlebnispark, acht Filialen und Eissorten, bei denen selbst italienische Gelatieri vermutlich kurz Schnappatmung bekommen würden.
Vom 26. bis 31. Mai 2026 feiert der Eis-Greissler deshalb nicht nur seinen 15. Geburtstag, sondern auch zehn Jahre Erlebniswelt in Krumbach – und zwar so, wie es sich für ein ordentliches Jubiläum gehört: mit Gratis-Eis, Retropreisen und Geschmacksrichtungen, die irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn liegen.

Gratis-Eis und Kugelpreise wie vor 15 Jahren
Weil Nostalgie bekanntlich am besten mit Zucker funktioniert, kostet die Kugel Eis während der Jubiläumswoche nur 1,20 Euro – exakt so viel wie bei der Eröffnung im Jahr 2011. Zusätzlich gibt’s in allen Eis-Greissler-Filialen in Österreich das Eis in den ersten 15 Minuten nach Öffnung sogar gratis.
In der Erlebniswelt in Krumbach wird das Ganze am 30. und 31. Mai noch einmal wiederholt und zwar noch größer: Dort darf zwischen 10 und 14 Uhr kostenlos geschleckt werden. Vermutlich der einzige Ort in Österreich, an dem man derzeit freiwillig Schlange steht – und dabei glücklich aussieht.
Schnitzel-Eis? Leider kein Scherz
Die eigentlichen Stars der Jubiläumswoche sind aber die neuen Spezialsorten: Insgesamt 15 exklusive Kreationen hat sich die Familie Blochberger ausgedacht – manche davon klingen wie ein sehr mutiger Wirtshausabend nach Mitternacht. Wer schon immer wissen wollte, wie „Schnitzel mit Zitrone“ in Eisform schmeckt, bekommt jetzt endlich die Gelegenheit dazu. Auch „Grammeln“, „Schimmelkäse mit Trauben“ oder „Tomate-Mozzarella-Basilikum“ landen tatsächlich in der Waffel.
Man könnte sagen: Der Eis-Greissler macht mit Eissorten das, was Falco einst mit Musik gemacht hat – Österreich international maximal verwirrend präsentieren.
Wer weniger Abenteuerlust besitzt, darf beruhigt sein: Es gibt auch harmonischere Varianten wie „Marmor-Gugelhupf“, „Nussstrudel“, „Bauernbrot“ oder „Zitrone-Olive“. Und natürlich bleiben die Klassiker des Hauses – etwa Kürbiskernöl, Graumohn oder Alpenkaramell – weiterhin fixer Bestandteil der Vitrine.

Die Kuhlisse wird zum Dancefloor
Der emotionale Höhepunkt folgt am Freitag, dem 29. Mai 2026. Dann verwandelt sich die sogenannte „Kuhlisse“ ab 21 Uhr in eine Zeitmaschine mit Partybetrieb. Bei der großen „80er-, 90er- & 2000er-Zeitreise-Party“ wird getanzt, gefeiert und vermutlich nostalgisch diskutiert, welche Eissorte man 2003 nach dem Fortgehen gegessen hat. Tickets gibt’s ab 4,99 Euro – ein Preis, der fast günstiger klingt als eine Kugel Gelato in Italien.

Dass der Eis-Greissler heute fast schon österreichisches Kulturgut ist, liegt vermutlich daran, dass hier zwei Dinge perfekt zusammenfinden: ehrliche Landwirtschaft und die kindliche Freude an Eis. Was 2011 mit einem kleinen Shop in der Wiener Rotenturmstraße begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum regelrechten Eis-Imperium. Und während andere Marken immer künstlicher wirken, bleibt der Eis-Greissler erstaunlich bodenständig – selbst wenn man dort inzwischen Schnitzel-Eis verkauft.
In Krumbach hat man also aus überschüssiger Milch eine der sympathischsten Erfolgsgeschichten des Landes gemacht. Und dafür darf man sich ruhig ein zweites Stanitzel gönnen.