6 besondere Hotels im Alpenraum mit Geschichte
Es gibt schöne Hotels und es gibt welche, die zahlreiche Geschichten auf Lager haben. Wir haben einige bemerkenswerte Häuser im Alpenraum herausgesucht, die zwischen 1320 und 1974 entstanden sind und bis heute nicht müde geworden sind, noch mehr Stories zu erzählen.
Diese Hotels haben mehr erlebt als dein ganzer Freundeskreis zusammen. Zwischen dicken Mauern, knarzenden Böden und ziemlich viel Vergangenheit trifft Geschichte hier auf richtig gutes Design. Macht euch bereit für ein Dinner, bei dem Dürrenmatt alte Dame am Nebentisch sitzt, einen Sprung ins kühle Nass, wo man die Raddampfer noch im Ohr hat, die hier einst ins Wasser gelassen wurden oder oder einen Rooftop-Pool in Bad Gastein, wo man der rauschenden Badekultur frönt, während der Wasserfall tobt.
Parkhotel Mondschein, 1320 – Südtirol
Wer glaubt, dass das Hotel so heißt, weil ein Spaziergang im angeschlossenen Park bei Mondschein besonders schön ist, der hat nicht ganz unrecht. Ganz recht aber auch nicht. Der Name soll eigentlich auf die Gipferl-Form des halbmondförmigen Gebäcks zurückgehen, das hier im ältesten Gasthaus in Bozen aus dem Jahr 1320 möglicherweise serviert wurde. Über die Jahrhunderte war das Haus Taverne, Wirtschaft und sogar Adelssitz. Reisende, Fuhrleute und auch der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer sollen hier eingekehrt sein.
Heute zählt es zu den angesagtesten Adressen Südtirols. Das Design im Stil des cineastischen Italo-Charmes der 1960er lädt zu einem filmreifen Urlaub ein. Mit Pasta-Sequenzen im Luna Restaurant unter der historischen Glasdecke, Pool-Episoden im smaragdgrünen Wasser oder Kussszene im Park bei Vollmond? Und Action!
Die wichtigsten Infos:
- Designhotel in Bozen mit historischem Kern aus dem Jahr 1320
- das älteste Gasthaus der Stadt
- Cineastische Italo-Vibes aus den 1960ern


Kirchenwirt Leogang, 1326 – Österreich
„Taverne zu St. Leonhard“. So hieß der Kirchenwirt damals. Und wenn wir von damals reden, sind es in diesem Fall genau 700 Jahre. Seit 1326 beherbergen die festungsdicken Mauern durchgängig ein Wirtshaus. Und das spürt man auch. Die Stein- und Holzböden erzählen davon, wie viele Menschen hier wohl schon ein- und ausgegangen sind. Traditionell war der Kirchenwirt erste Anlaufstelle nach alltäglichen und weniger alltäglichen Gottesdiensten wie Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen. Und später auch Herberge für Reisende, zunächst für Händler, dann auch für Erholungssuchende.
Heute übernachtet man statt auf Stroh in herrlich bequemen Betten und als Kind vielleicht auf einer antiken Rodel. Und nebenbei isst man auch ganz vorzüglich im Gourmetwirtshaus. Ein Highlight ist außerdem der Samerstall, ein gotisches Ensemble zwischen Kirche und Wirt, wo früher Pferde standen und heute Veranstaltungen stattfinden.
Die wichtigsten Infos:
- eines der ältesten Gasthäuser in Österreich direkt neben der Kirche in Leogang
- Gourmetwirtshaus „Alpen Gestalten“ mit saisonalen Speisen aus dem Alpenraum
- Samerstall für Veranstaltungen

1477 Reichhalter, 1477 – Südtirol
Die Gründung dieses Hauses zu erraten ist so einfach wie die Frage nach der Länge eines 50-Meter-Laufs. Und doch ist es kaum vorstellbar, dass Menschen hier seit über einem halben Jahrtausend im alten Haus im Zentrum von Lana ganz selbstverständlich ein- und ausgehen. Einst kamen sie um, Fleisch zu holen, später Mehl, dann Brot. Zwischendurch waren auch Pferde hier und Sägen.
Und heute? Kommen die Leute zum Frühstücken, auf einen Espresso, zum Feierabend-Drink oder für ein paar ehrliche Ravioli und Tiramisu. Und natürlich auch, um in einem der acht individuellen Zimmer zu übernachten mit Namen, wie Mihl, Stadele oder Brodtbank, die an die Historie des Hauses erinnern. Oder einfach auch nur für das Gefühl, genau am richtigen Fleck zu sitzen, weil manche Orte das einfach seit Jahrhunderten in aller Reichhaltigkeit können.
Die wichtigsten Infos:
- Haus aus 1477, einst Metzgerei, Mühle, Bäckerei, Säge, Stadel, Stallung, Schänke, Kaffeehaus
- Boutiquehotel mit 8 Zimmern von Architekt Zeno Bampi & Interior Designerin Christina von Berg
- Gasthaus von früh bis spät offen mit regionalem, aber auch unüblichem Essen


Urban Nature Bad Gastein, 1791 – Österreich
Vom Badeschloss zum Badeschluss: Nachdem die Kuranstalt 1791 direkt neben dem berühmten Gasteiner Wasserfall eröffnet wurde, war das Gebäude in den letzten Jahren dem Verfall verschrieben. Bis es vor einiger Zeit im gewohnt lässigen BWM Architekten-Stil wiedereröffnet wurde – inklusive modernem Turm-Zubau, der durchaus als das neue Wahrzeichen der urbanen Alpenstadt durchgehen könnte.
Zunächst hieß das Ensemble wieder Badeschloss, jetzt wird es Urban Nature Hotel Bad Gastein genannt. So oder so wird hier der langjährigen Badekultur gefrönt – mit Pool auf dem Dach, aber auch mit den vielen Designdetails, wie den Schwimmbadstiegen oder den Poolbahn-Bodenmarkierungen an unerwarteten Orten.
Die wichtigsten Infos:
- einstige Kuranstalt in Bad Gastein
- Revitalisiert und um einen modernen Turm erweitert
- direkt am Straubinger Platz neben dem Wasserfall
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Chesa Marchetta, 1947 – Schweiz
Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch oder Eugène Ionesco haben hier im einstigen Gasthaus in Sils Maria schon diniert. Das heißt natürlich nicht, dass es hier grotesk, nachdenklich und absurd zugeht. Zumindest nicht mehr. Das von Luis Laplace umgestaltete Haus war einst das Restaurant zweier Schwestern, die jeden Abend ein Menü für alle kochten. Heute isst man im Kuhstall Speisen, mit italienischem und schweizerischem Einfluss.
Das Haus selbst ist eine Hommage an die Geschichte der Region. Traditionelle Möbel aus dem Engadin sind hier ebenso zu finden wie Kunst lokaler Künstler*innen oder von jenen, die sich von der Umgebung inspiriert haben lassen. Chesa Marchetta ist das Gesamtwerk des Galeristenpaares Iwan und Manuela Wirth, die hier sogar ihr erstes Date hatten. Ein wenig klingt das auch heute noch nach einem humorvollen Theaterabend.
Die wichtigsten Infos:
- Restaurant mit Italienisch-Schweizer Küche
- Hommage an Kunst und Kunsthandwerk aus dem Engadin
- von Luis Laplace renoviert
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Mehr InformationenVitznauerhof, 1896 – Schweiz
Wo einst Raddampfer gebaut und zu Wasser gelassen wurden, genießen seit nunmehr seit 125 Jahren Hotelgäste den Sprung ins kühle Nass des Vierwaldstättersees. Das historische Jugendstilhaus aus dem Jahr 1896 bot schon damals, alles, was das Luxusherz begehrt. Elektrisches Licht zum Beispiel oder einen Anschluss ans Telefonnetz, aber auch eine schöne Parkanlage, eigene Stallungen oder Billard. Die Gäste so berühmt, wie die Schiffe, die hier gebaut wurden. Hermann Hesse, Paul Klee oder Richard Strauss kamen einst zur Sommerfrische.
Heute zieht es Stars wie Halle Berry oder Roger Federer ins weiß-rote Haus am Ufer des Sees mit Blick auf die Königin der Berge, wie die Rigi genannt wird. Das Telefonnetz ist längst durch Handys ersetzt worden, aber Ausfahrten mit dem Elektroboot, Yoga und diverse Saunen gehören heute zum Angebot. Im Sommer solltet ihr euch einen Besuch im Restaurant Sens nicht entgehen lassen.
Die wichtigsten Infos:
- Hotel mit 125-jähriger Geschichte
- einstige Werft
- direkt am Ufer des Vierwaldstättersees am Fuße der Rigi

