Wiener Kult-Club Pratersauna hat zugesperrt
Still und heimlich hat die Wiener Pratersauna zugesperrt: Hier erfahrt ihr mehr über die Schließung des Wiener Kult-Clubs und die spannenden Hintergründe des Falls.
Es ist ein schwerer Schlag für die Wiener Clubszene: Wie das Lokalmedium Zwischenbrücken zuerst berichtete, hat die Pratersauna zugesperrt. Der Club neben dem Wurstelprater hat bereits Mitte Dezember den Betrieb eingestellt, nachdem es zuletzt zu groben Streitigkeiten rund um die Miete, eine drohende Räumungsklage und wirtschaftliche Probleme gekommen ist.
Die Hintergründe der Schließung
Geschäftsführer Sebastian Müller-Klasz und die Prater Nostra GmbH hatten die Pratersauna erst Anfang 2025 übernommen und wollten den Kult-Club neu beleben. Müller-Klasz sprach dabei gegenüber Zwischenbrücken von einem „Drama“: Grund für die Schließung sei eine anhängige Räumungsklage gewesen.
Der gesamte Fall ist dabei durchaus komplex: Die Immobilie der Pratersauna wurde von der Verena Thöni GmbH an die RHC Invest GmbH verpachtet – an dieser ist auch der bekannte Wiener Szene-Gastronom Martin Ho beteiligt.
Als Eigentümervertreter hat die Verena Thöni GmbH schließlich – wohl wegen Mietrückständen – eine gerichtliche Räumung der RHC Invest GmbH eingeklagt, wobei eine Entscheidung in nächster Instanz noch aussteht. Müller-Klasz stand als Betreiber der Pratersauna mit seiner Prater Nostra GmbH gewissermaßen zwischen diesen Parteien.
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Mehr InformationenMiete nicht weitergeleitet?
Laut seinen Angaben hätte er zwar Miete an die RHC Invest Gmbh bezahlt, jedoch sei sie nicht richtig an die Verena Thöni GmbH weitergeleitet worden. Wegen der drohenden Räumung hätte Prater Nostra dann Mitte Dezember den Betrieb der Pratersauna eingestellt – ohne Planungssicherheit könne ein Club dieser Größe nicht betrieben werden.
Der Falter berichtet nun in seinem aktuellen Newsletter, dass aktuell Männer mit Rodeln die Pratersauna ausräumen würden – bereits bis kommenden Montag soll der Club leer sein.
Außerdem widerspricht im Falter-Bericht ein Pressesprecher von Martin Ho der Darstellung, die Miete sei komplett gezahlt worden: Die Prater Nostra habe demnach nur etwa 15 Prozent der Mietkosten an die RHC Invest GmbH gezahlt, was maximal die Betriebskosten abdecken würde.
Weiterführung der Pratersauna aktuell nicht geplant
Zudem habe Müller-Klasz auch „kein tragfähiges Konzept für den langfristigen Betrieb der Pratersauna” umsetzen können, hieß es. Hinzu kämen „massive Belastungen der Nachtgastronomie“ sowie ein „stark geändertes Ausgehverhalten”, was den Betrieb von Clubs in Wien generell erschweren würde.
Folglich wolle die RHC Invest Gmbh nur noch den benachbarten Mainstream-Hiphop-Club VIE i PEE betreiben, der ebenso zum Unternehmen gehört. An einer Nachfolgelösung für die Pratersauna wird wohl – zumindest Stand jetzt – nicht gearbeitet.
Die Pratersauna ist innerhalb der vergangenen Monate dabei tatsächlich leider nicht die einzige prominente Schließung in der hiesigen Clubszene: Erst im Sommer hat der beliebte Ponyhof im 15. Bezirk seine Pforten schließen müssen.
