
Von „Trottel“ bis „Koffer“: So wird auf Österreichs Straßen geflucht
„Oida, hast den Führerschein im Lotto gewonnen?“ Solche Ausdrücke hört man hie und da auf heimischen Straßen. Aber warum wird im Straßenverkehr geflucht und was für Ausdrücke verwenden die Österreicher*innen am öftesten? Eine neue Umfrage zeigt, welche Schimpfworte hierzulande besonders beliebt sind.
Im Straßenverkehr kann’s schon mal emotional werden – vor allem, wenn sich andere Verkehrsteilnehmer*innen nicht so verhalten, wie man das selber möchte. Oder sie, die Gött*in bewahre, sogar rücksichtslos sind.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat nun 2.260 Menschen über Konflikte im Straßenverkehr befragt und erhoben, welche Schimpfworte hier von den Österreicher*innen besonders gerne verwendet werden.
Am häufigsten fallen auf Österreichs Straßen dabei die Kraftausdrücke „Trottel“ oder „Volltrottel“. Auch verschiedene Wortvariationen für das menschliche Hinterteil werden sehr oft genannt. Seltener, aber doch in den Top 10 anzufinden, sind etwas mildere Beschimpfungskonstruktionen – wie die rhetorische Frage, „ob jemand den Führerschein (etwa im Lotto, Anm. der. Redaktion) gewonnen“ habe oder ein gepflegtes „Oida“.
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Mehr InformationenAppell für den Straßen-Frieden
Bei Kraftausdrücken in der Öffentlichkeit ist laut KFV aber Vorsicht geboten: Wer andere in der Anwesenheit von mindestens drei Personen beleidigt, kann sich in manchen Fällen sogar strafbar machen.
Der KFV appelliert daher, solche Situationen zu vermeiden und einfach möglichst rücksichtsvoll und aufmerksam im Straßenverkehr mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen umzugehen. Hier gäbe es laut der Umfrage viel Potenzial: Mehr als zwei Drittel (70 %) der befragten Personen gaben an, dass die Spannungen im Straßenverkehr in den vergangenen fünf Jahren mehr geworden sind.
Worüber Verkehrsteilnehmer*innen streiten
Am häufigsten werden Konflikte zwischen Auto- und Radfahrenden (68 %), Auto- und Autofahrenden (55 %) sowie Auto- und E-Scooter-Fahrenden (44 %) wahrgenommen. Gerade zusätzliche Fahrradarten wie E-Scooter oder E-Bikes veränderten Österreichs Straßenverkehr in den vergangenen Jahren grundlegen und sorgen somit für neues Konfliktpotenzial.
Was den Befragten oft bei Autofahrer*innen negativ auffällt: Sie fahren schneller als erlaubt (66 %), gefolgt von „nicht blinken“ (62 %) oder dass sie bei gelb noch in eine Kreuzung einfahren (59 %).
Bei Radfahrer*innen wiederum wird oft wahrgenommen, dass sie auf dem Gehsteig fahren (52 %), sich bei Autos durchschlängeln (52 %) – was das einzig erlaubte Ärgernis darstellt – oder beim Abbiegen kein Handzeichen geben (51 %).
Derlei Verhalten ist es dann wohl auch, das manche Personen ungünstigerweise in Rage bringt – und den einen oder anderen Ausruf zur Folge hat.
Die häufigsten Kraftausdrücke (Top-10)
- Trottel/Volltrottel (19 %)
- Arsch/Arschloch/Arschgesicht (17 %)
- Idiot/Vollidiot (12 %)
- Depp/Deppada/Deppert (12 %)
- Führerschein gewonnen?/lern Autofahren (3 %)
- Wichser/Wixxa (3 %)
- Koffer/Vollkoffer (3 %)
- Scheiße (3 %)
- Oida/Alter/Alter (3 %)
- fahr schon/fahr doch/fahr weiter (2 %)