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So is(s)t Hamburg wirklich: Eine kulinarische Reise durch die Hansestadt
Ihr kennt die Elbphilharmonie und die Speicherstadt, aber wie sieht es in Hamburg eigentlich kulinarisch aus? Wir haben uns einmal durchgekostet und zeigen euch, was die Hansestadt geschmacklich so kann.
Wir haben unsere Wiener Geschmacksnerven einmal von Schnitzel auf Fischbrötchen umgestellt und sind tief in die kulinarische Szene Hamburgs eingetaucht. Und wir sagen gleich vorweg: Die hat es wirklich in sich. Von Fine Dining bis zu Streetfood greift die Stadt an Alster und Elbe auf eine jahrhundertealte Geschichte zwischen Hafen, Handel und Migration zurück, die die Küchen bis heute prägt. Was Hamburg also letztendlich wirklich zu Hamburg macht und wo ihr die DNA der Stadt besonders gut erschmecken könnt, erfahrt ihr hier.

Der Geschmack liegt in der Vielfalt
Dass die Food-Szene in Hamburg so unglaublich abwechslungsreich ist, ist längst kein neuer Trend, sondern tief in der Geschichte der Stadt verankert. (Kulinarische) Offenheit musste man hier nämlich nie lernen, sie war einfach da. Seit über 1.200 Jahren bringt der Hafen nicht nur Waren, sondern auch Menschen und ihre individuellen Kulturen an die Elbe. Gewürze, Kaffee und Tee trafen hier schon früh auf regionalen Fisch und Gemüse aus dem Umland.
Weil Migration und internationaler Handel in der Hansestadt seit jeher einfach zusammengehören, haben wir heute die Qual der Wahl aus über 50 Länderküchen. Und das ganz ohne künstliche Inszenierung, sondern einfach als gelebtes Miteinander. Ob französisches Erbe im Franzbrötchen, portugiesische Einflüsse am Hafen oder moderne Fusionsküche: Die Vielfalt spürt und schmeckt ihr in Hamburg garantiert überall.

Für Kaffee mit Abenteuer-Faktor: Supper Club & Café Canale
Als Wiener*innen sind wir guten Kaffee zwar gewohnt, mit dem Boot haben wir ihn allerdings noch nie abgeholt. Denn das Praktische am Hamburger Kanalnetz ist, dass ihr euch (anders als auf der doch sehr breiten Donau) direkt durch die City schlängelt und dabei auch an richtig coolen Spots vorbeitreibt. Wir haben uns unseren schwimmenden Untersatz beim Supper Club am Isekai in Eppendorf ausgeliehen. Dabei handelt es sich trotz des Namens nämlich nicht um einen klassischen Dinnerclub, sondern um eine Kombination aus Bootsverleih und Lokal, an dem ihr euch alles vom Kanu über Tretboote bis zu SUPs schnappen könnt.

Für uns ging es dann weiter zum Café Canale. Hier gilt: Nomen est omen, denn das hübsche Café versorgt euch durch ein Fenster direkt am Kanal mit allem, was das Herz begehrt, vom klassischen Kaffee und Kuchen bis zu Eis und Fischbrötchen. Je nach Lust, Laune und Tageszeit lohnt es sich, nach der Bootsrückgabe im Supper Club auf Snacks und (alkoholfreie) Drinks direkt am Isebekkanal einzukehren.
Die wichtigsten Infos:
- Supper Club: Tretboote, Kanus, Kajaks und SUPs
- kein Bootsführerschein erforderlich
- Café Canale: täglich geöffnet, bei Schönwetter oft sogar länger als 19 Uhr

Für exklusives Fine Dining: HERITAGE Restaurant
Wer das Wasser lieber still beobachtet, anstatt sich selbst darauf fortzubewegen, wird im Stadtteil St. Georg fündig. Dass Hamburg nämlich auch richtig edel kann, beweist das HERITAGE Restaurant im Le Méridien Hamburg. Und obwohl uns nur wenige Busstationen von unserem SUP-Abenteuer trennen, fühlen wir uns hier gleich wie in einer anderen Stadt.
Direkt an der Außenalster gelegen, speist ihr hier zwischen urban-internationalem Flair und ruhiger Wasserlage. Übrigens auch bei jedem Wetter, denn dank 35 Meter langer Panoramafenster habt ihr alles immer perfekt im Blick, inklusive Segelboote und gegenüberliegende Ufer. Kulinarisch kommen währenddessen französische Einflüsse mit internationalen Akzenten und hochwertigen Produkten auf den Teller. Und Steaks, die Gäst*innen laut eigenen Angaben zu Freudentränen treiben.
Die wichtigsten Infos:
- täglich geöffnet
- französisch-internationale Küche direkt am Wasser
- keine Reservierungen für Rooftop-Bar möglich

Für ruhige Vormittage: Spaziergang mit Franzbrötchen
Der perfekte Start in den Hamburger Morgen geht ganz leicht: mit einem Franzbrötchen. Was für Wiener*innen das (Zucker-)Kipferl ist, ist in der Hansestadt das traditionelle Plundergebäck mit Zimt und Zucker. Wobei wir zugeben müssen, dass Hamburg hier wohl wirklich die Nase vorne hat.
Während das Kipferl als Vorläufer des Croissants gilt, hat das Franzbrötchen direkte französische Wurzeln und geht auf die französische Besetzung der Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Dass es sich bis heute gut gehalten hat und mittlerweile in fast jeder Bäckerei in Hamburg zu finden ist, wundert übrigens überhaupt nicht. Tipp: Spaziert einmal durch den Alten Elbtunnel und belohnt euch auf der anderen Seite mit frischen Franzbrötchen und Kaffee. So schmeckt Hamburg!
Die wichtigsten Infos zum Alten Elbtunnel:
- 426 Meter lang
- 10–15-minütiger Spaziergang
- kostenlos für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen

Für echte Hamburger Hausmannskost: OmaLiebe
Wer die Wiener Vollpension kennt, wird OmaLiebe bestimmt, nun ja, lieben. Der gemeinnützige Hamburger Verein bringt Senior*innen zusammen und sorgt durch gemeinsames Kochen an verschiedensten Orten dafür, dass alte Familienrezepte noch lange erhalten bleiben. Obendrein bereiten sie regelmäßig warme Mahlzeiten für obdachlose und bedürftige Menschen zu.

Wir haben gemeinsam mit OmaLiebe im Restaurant Engel direkt an der Elbe gespeist und wurden nicht nur mit köstlichen Gerichten, sondern auch mit den Geschichten dahinter versorgt. Und die eine oder andere Köstlichkeit aus den Händen von Fernsehkoch Tarik Rose haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Als Chefkoch im Restaurant Engel zaubert er hier Nordic-Crossover-Küche vom Feinsten.
Die wichtigsten Infos:
- OmaLiebe: ehrenamtlicher Verein mit eigenem Kochbuch
- Restaurant Engel: Nordic-Crossover-Küche von Tarik Rose
- MI–SO geöffnet

Für Abende wie in Lateinamerika: ELEMENTE Restaurant
Ein Abendessen in Hamburg kann edel und gediegen sein, muss es aber nicht. Wer Lust auf ausgelassenes Schmausen im Family-Style hat, ist im ELEMENTE Restaurant genau richtig. Die Küche ist lateinamerikanisch geprägt und greift in ihren Speisen die vier namensgebenden Elemente auf: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Dazu gehören zum Beispiel Gerichte vom offenen Grill, Ceviche, Empanadas und ganz viele Köstlichkeiten zum Teilen.

Das Lokal liegt direkt am Wasser im Westfield Hamburg Überseequartier und eignet sich nicht nur wunderbar für Abende an der neuen Waterfront, sondern bringt euch auch richtig hoch hinaus. Denn zum Restaurant gehört ebenfalls die 2026 eröffnete Air Bar 13 im 13. Stock, die euch einen traumhaften Rundumblick über die Elbe, den Hafen, die Elbphilharmonie und die Dächer der HafenCity beschert.
Die wichtigsten Infos:
- Restaurant: täglich geöffnet
- Air Bar 13: DI–SA
- lateinamerikanische Küche

Für außergewöhnliche Absacker: KARO&PAUL
Was wir vor unserer Reise auch nicht wussten: In Hamburg muss man sich gar nicht zwischen edgy und edel entscheiden, sondern kann mancherorts sogar ganz leicht beides haben. Einer dieser Orte ist das KARO&PAUL. Die Bar und das Restaurant befinden sich im oberen Teil des Hamburg BUNKER, der 1942 und 1943 als Flakbunker errichtet wurde und ursprünglich vor Luftangriffen schützen sollte.
Später als Veranstaltungsort für Medien, Musik und Kultur genutzt, bekam er 2024 eine fünfstöckige begrünte Aufstockung mit Hotel, Gastronomie und Dachgarten. Darunter: das KARO&Paul, mit Namen stellvertretend für die Lage im Karolinenviertel und St. Pauli. Vor allem der Kontrast zwischen historischem Beton und stilvollem Lokal mit Blick über die Dächer der Stadt ist den Besuch absolut wert – und die Drinks sowieso, ganz egal, ob mit oder ohne Alkohol. Auch cool: An ausgewählten Abenden gibt’s obendrein noch Livemusik.
Die wichtigsten Infos:
- Restaurant: täglich geöffnet
- Bar: MI–SO
- Location im Hamburg BUNKER

Bestens gestärkt fragt ihr euch, was ihr sonst noch in Hamburg erleben könnt? Eine ganze Menge! Hier erfahrt ihr, welche Sehenswürdigkeiten den Hype wert sind, wo ihr am Wasser zur Ruhe kommen könnt und wo ihr abends noch richtig gut feiern könnt.