Crémant, Croque & Cocktails: Die Pigalle -Bar wird noch französischer
„Nur auf ein Glas“ ist bekanntlich einer der unzuverlässigsten Sätze der Abendplanung. Im Pigalle in der Wiener Praterstraße könnte er künftig noch ein bisschen unglaubwürdiger werden: Ein neues Betreibertrio schärft das Konzept der Bar und setzt verstärkt auf französische Barkultur.
Paris liegt jetzt ein kleines Stück näher an Wien – zumindest wenn es um die Kulinarik geht. Seit August haben nämlich Kenan Pajaziti, Clemens Waschkau und Jonathan Frimpong-Ansah das Pigalle bzw. die Pigalle-Bar (wie sie wirklich von Einheimischen genannt wird) in der Praterstraße 9 übernommen und dem bestehenden Konzept eine neue, noch französischere Handschrift verpasst.
Die drei kennen einander aus ihrer gemeinsamen Zeit in der Spelunke und bringen einiges an Wiener Gastro- und Barerfahrung mit: Pajaziti ist als Betriebsleiter im Collina am Berg tätig, Waschkau war zuletzt in Dino’s Apothecary Bar und Frimpong-Ansah im Kleinod Prunkstück. Gemeinsam wollen sie im Pigalle jenes Lebensgefühl einfangen, das man aus Paris kennt: Man trifft sich auf ein Glas, bestellt spontan etwas zu essen und merkt ein paar Stunden später, dass aus dem Aperitif versehentlich ein ganzer Abend geworden ist. Champagner und Austern inklusive!
Genau dieses Gefühl möchten wir im Pigalle schaffen – elegant, aber nicht steif, mit sehr guten Produkten und einer Bar, an der man gerne versumpft.
Pajaziti, Waschkau & Frimpong
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Mehr InformationenCognac trifft Erdnussbutter
Im Glas wird Frankreich jedenfalls ziemlich abwechslungsreich interpretiert. Klassiker wie Sidecar, Corpse Reviver No. 2, French 75 und Kir Royal bleiben dort, wo sie hingehören: an der Bar. Dazu gesellen sich Signature Drinks, bei denen das Team deutlich experimentierfreudiger wird.
Beim Cache Cache treffen etwa mit Erdnussbutter infundierter Hine Cognac, Fino Sherry, Zitrone, Ahornsirup und hausgemachtes Traubengelee aufeinander. Der Tour du Monde kombiniert Rum und Cointreau mit Miso, Wassermelone und Limette. Und dann wäre da noch der Oyster Martini: Cîroc Vodka trifft darin auf Austernschalen, Shiitake und Olivenöl.
Wer es klassischer mag, hält sich an Crémant und Champagner. Freudenreich Brut und Rosé gibt es glasweise, außerdem stehen Champagner von Pierre Morlet und Joseph Perrier sowie französische Weine aus Burgund, der Provence und der Rhône auf der Karte.
Auch wer keinen Alkohol trinkt, wird nicht mit Mineralwasser und einem traurigen Zitronenschnitz abgespeist: Sechs alkoholfreie Cocktails – darunter Nogroni und L’Expresso – gehören fix zum Angebot und sollten allein schon ob der Betitelung definitiv probiert werden.
Käse statt Drei-Gänge-Menü
Kulinarisch macht das Pigalle ebenfalls klar: Hier eröffnet kein Restaurant, sondern eine Bar, in der man erstaunlicherweise ziemlich gut essen kann. Die Karte bleibt bewusst kompakt und setzt auf französisches Barfood zum Teilen und Dazubestellen. „Wir wollten keine Restaurantkarte in eine Bar hineinbauen“, erklärt Pajaziti. Stattdessen soll man sich durch den Abend snacken können – hier ein Käse, dort ein Glas Crémant, später vielleicht noch ein Croque.
Mittwochs wird geschlürft
Einmal im Monat gibt es außerdem einen weiteren guten Grund, die Praterstraße anzusteuern: Jeden ersten Mittwoch im Monat serviert das Pigalle Austern, die einzeln bestellt werden können. Fromage, Charcuterie, Austern und Champagner – die Wiener Interpretation des Pariser Savoir-vivre nimmt ihre Aufgabe offenbar sehr ernst.

Die wichtigsten Infos im Überblick:
- Wo? Praterstraße 9, 1020 Wien
- Geöffnet? SO–MI von 18–24 Uhr, DO–SA von 18–3 Uhr
- Gastgarten inklusive!
- Jeden ersten Mittwoch im Monat gibt es Austern
- Die Bar kann auch für private Veranstaltungen gebucht werden