Warum der Kaiserschmarrn jeden Lärm wert ist: Auf ein Hüttenplauscherl mit Stefanie und Franz-Stefan, Alexanderhütte
Inmitten der Kärntner Nockberge gelegen, findet sich eine Hütte, die bewusst mehr will. Wir haben uns auf ein Hüttenplauscherl mit Stefanie und Franz-Stefan getroffen und darüber gesprochen, was den perfekten Kaiserschmarrn ausmacht und warum es sich manchmal lohnt, größer und kreativer zu denken.
Bereits in zweiter Generation familiengeführt, weiß man auf der Alexanderalm genau, worauf es ankommt. Hier heroben will man bewusst mehr – und das spiegelt sich auf allen Ebenen und in jedem Winkel der Hütte wider. Vom Gewöhnlichen fehlt auf der Alexanderhütte jede Spur – vielmehr findet sich hier ein wunderbar rundes Gesamtpaket, das die Kreisläufe der Alm perfekt vereint und mit besonderen Details aufwartet – etwa in Form einer Panoramaschaukel, von der aus man einen traumhaften Blick auf den Millstätter See genießt.
Im Zuge unserer Hüttenplauscherl stellen wir euch die spannendsten Hüttenwirt*innen aus dem Alpenraum vor und sprechen mit ihnen über unausgesprochene Hüttenregeln, Gastlichkeit am Berg und die kleinen Freuden des Hüttenlebens. Dieses Mal sind wir zu Besuch bei Stefanie und Franz-Stefan auf der Alexanderhütte, die auf 1.780 Metern Seehöhe gelegen mit einem einmaligen Platzerl auf der Alm besticht.


Eine Hütte, die mehr will – und kann
Ursprünglich eröffnet wurde die Alexanderhütte von Ursula und Franz. Seit 2021 hat nun Sohn Franz-Stefan mit Stefanie die Pacht der Hütte übernommen und bringt kreative Ansätze in den Familienbetrieb mit. Worauf die beiden ganz besonders achten? Bewusst mehr zu geben. „Wir wollen nicht, dass es nur 08/15 ist, sondern dass es einfach ein bisschen mehr ist. Das ist einfach unser Anspruch, dass wir immer ein bisschen mehr geben – und natürlich dementsprechend auch genug zu tun haben“, führt Almwirtin Stefanie an.
“Genau. Und dass wir natürlich am Ende des Tages immer das machen, was uns selber taugt. Weil ich glaube, nur dann kann’s gut werden, wenn man etwas wirklich gern macht und selber auch will. Nur dann kann man andere mit dem Feuer anstecken und die Freude übertragen“, ergänzt Franz-Stefan.


Uns als Hüttenwirte macht aus, dass wir voller Feuer sind, dass wir voller Ideen sind und als junge Generation gestalten dürfen.
Franz-Stefan, Hüttenwirt
„Ich glaube auch, dass die Gäste, die zu uns kommen, einfach das schätzen, was wir machen. Und dass genau die richtige Zielgruppe bei uns heroben landet, die das Gesamtkonzept schätzt und sagt: ‚Toller Familienbetrieb, tolles Team‘. Einfach das Gesamtkonzept mit dem Almbad, das wir auch anbieten seit Kurzem“, führt Stefanie an.


Ein Familienbetrieb durch und durch
Nicht nur der Familienzusammenhalt wird großgeschrieben – das Team wächst von Jahr zu Jahr und auch in diesem Jahr bekommen Franz-Stefan und Stefanie Unterstützung von außerhalb. Unter anderem in Form von Marina, die die Sennerei diesen Sommer übernimmt, und vier Nepalesen, die tatkräftig im Service und in der Küche unterstützen.
„Wir sind ein Familienbetrieb und natürlich ist die Familie immer stark involviert, die ja auch zum Team gehört. Aber wenn wir dann noch das Extra-Lob kriegen: ‚Boah, ihr habt’s ein freundliches Team‘ – und unser Team ist ja international –, dann gibt uns das schon sehr viel“, erklärt Franz-Stefan.
Wir spüren einfach, dass wir wahrscheinlich das Richtige machen.
Franz-Stefan, Hüttenwirt

Regional & aus der eigenen Landwirtschaft
Stefanie und Franz-Stefan führen aber nicht nur die Alexanderhütte, sondern haben auch eine Bio-Landwirtschaft unten im Tal, die die Speisekarte wesentlich mitgestaltet. „Auf der Speisekarte findet man bei uns eine Biorindsuppe vom eigenen Biorind. Für unsere Hausgäste am Abend gibt’s einen Bioschweinsbraten von unseren eigenen Bioschweinen“, erzählt uns Stefanie. Direkt neben der Almhütte findet sich auch die Sennerei, in der die Milch der eigenen Kühe etwa zur Herstellung von Butter, Camembert, Buttermilch mit Grantn (Preiselbeeren) oder Topfen verwendet wird.
Alles, was an Käse angeboten wird am Frühstücksbuffet oder auf der Sennerjause, kommt von unserer Biosennerei drüben.
Stefanie, Hüttenwirtin

Jene Dinge, die die beiden nicht selbst produzieren – etwa die Eier für den Kaiserschmarrn –, kaufen sie in höchster Qualität zu. „Da ist uns immer wichtig, dass man weiß, wer dahintersteht. Wir wollen das Gesicht kennen, wir wollen die Person kennen, um zu wissen: ‚Passt, der macht das cool, das taugt uns.‘ Einfach, damit wir das dann als authentisches Produkt unseren Gästen auf den Teller bringen können“, ergänzt Franz-Stefan.

Almklassiker – nur besser
Auf der Almkarte findet sich neben der Brettljause, die unter anderem mit Bio-Hausbrot, Speck und verschiedenen Bio-Käsesorten daherkommt, auch eine cremige Almcaprese, die mit Bio-Mozzarella aus der eigenen Sennerei zubereitet wird. Besonders empfehlenswert sind zudem die Nocknudeln – eine mediterrane Interpretation der klassischen Kärntner Kasnudel, die bereits beim ersten Bissen überrascht und direkt ein wenig Griechenland-Feeling in die Nockberge einziehen lässt. Quasi wie Urlaub am Teller.

„Und natürlich, was auf die Alm gehört und wofür wir, sage ich mal, bekannt sind, ist der Kaiserschmarrn. Den gibt’s auf vielen Hütten, bei uns gibt’s ihn auch – aber in unserer Variante. Wir machen ihn noch mit Eischnee, also wir schlagen den Eischnee selber. Das ist zwar ein irrsinniger Lärm in der Küche und ich denke mir dann immer ‚Oh, muss das sein‘, aber wenn er dann am Teller ist und auf der Terrasse draußen so steht, da denken wir uns ‚Ja, es war jeden Lärm wert.‘“, schmunzelt Franz-Stefan.

5 Fragen an Stefanie & Franz-Stefan von der Alexanderhütte:
Wenn die Alexanderhütte ein Gericht wäre, welches wäre sie?
Stefanie: Da wir doch sehr südlich liegen und ein bisschen einen Alpe-Adria-Einfluss haben, würde ich sagen, dass unsere Hütte die Nocknudeln wären. Das ist eine Eigenkreation von unserer Senior-Chefin, von der Mama. Die Nocknudeln sind eine Alpe-Adria-Nudel, sage ich gerne, ein bisschen mediterran angehaucht mit Ziegenkäse, Feta und Tomaten. Und ich finde, das passt zum südlichen Flair, das wir da in Kärnten und bei uns haben.
Franz-Stefan: Und nicht zu vergessen als Nachspeise ergänzend ist für mich das Gipfelgrün: eine Kugel Vanilleeis – direkt einmal über den Berg drüber von einem jungen Bauern hergestellt – mit ein bisschen einem Kernöl darauf. Die Namensgebung basiert ein bisschen auf den Nockbergen. Das sind einfach unsere grünen Gipfel da draußen. Die Natur ist gerade in voller Pracht – das schöne Grün nach dem Regen und die saftigen Farben –, was das alles zusammen ein bisschen beschreibt.

Was ist bei euch die wichtigste, unausgesprochene Regel auf der Hütte?
Stefanie: Eine Regel ist, dass wir unseren Mitarbeitern oder jedem, der hier oben arbeitet, sagen, dass sie Teil von unserem Familienbetrieb, Teil von unserer Familie sind. Und dementsprechend auch so agieren dürfen. Und das ist uns ganz wichtig, dass jeder einfach selbstbewusst in der Küche steht, selbstbewusst zum Gast rausgeht und den Familienbetrieb dementsprechend repräsentiert und sich einfach wohlfühlt bei uns.

Welches Gericht schmeckt bei euch besonders gut bzw. für welches Gericht kommen Gäst*innen wieder?
Stefanie: Aktuell die hausgemachten Marillenknödel, weil die einfach gerade Saison haben. Mit dem eigenen Topfen aus der Sennerei.“
Franz-Stefan: Ansonsten schmecken auch die Kaspatzeln mit dem eigenen Biokäs und der Käsemischung von der Kaslab’n Nockberg, unserer Bio-Heumilch-Käserei. Und natürlich, was auf die Alm gehört und wofür wir, sage ich mal, bekannt sind, ist der Kaiserschmarrn. Den gibt’s auf vielen Hütten und bei uns gibt’s ihn auch. In unserer Variante. Der taugt uns extrem und wir kriegen viel lässiges Feedback dazu.

Wie würdet ihr die Alexanderhütte in drei Worten beschreiben?
Stefanie: Südlich, leicht und authentisch.
Franz-Stefan: Genuss!
Stefanie: Genuss, ganz wichtig.
Franz-Stefan: Warte, das ist jetzt mein Part. Genuss und große Landschaftsbühne.

Die wichtigste Frage zum Schluss: Kaiserschmarrn oder Kaspressknödel?
Stefanie: Kaspress.
Franz-Stefan: Ich muss leider zustimmen: Kaspressknödel. Der Kaiserschmarrn ist so gut, aber beim Kochen kostet man dann natürlich immer ein Stückerl und nach einer gewissen Zeit – so blöd das klingt –, da kannst du den Kaiserschmarrn nimmer sehen. Deswegen ist etwas Pikantes dazwischen, ein Kaspressknödel, immer gut. Auf einem guten Salat …
Frau: … oder einer Suppe.
Mann: Oder einer Suppe.

Die Alexanderhütte im Überblick
- Millstätter See, Kärnten
- geführt von Stefanie & Franz-Stefan
- Übernachtungen möglich
- Almbad, Panoramaschaukel & eigene Sennerei
- unbedingt probieren: die Marillenknödel & die Nocknudel
- mehr über die Alexanderhütte erfahren