Naturwein statt Netflix: Neue Pop-up-Buschenschank startet in Wien
Vom roten Teppich in den Weingarten: Zwei international erfolgreiche Filmschaffende eröffnen eine Pop-up-Buschenschank in Wien. Mit Naturwein, Pét Nat und argentinischen Schmankerln statt klassischer Heurigenkost.
Die meisten wechseln nach einem erfolgreichen Filmfestival ins nächste Film-Projekt. Lukas Valenta Rinner und Yael Svoboda wechseln einfach in den Weingarten. Die beiden international erfolgreichen Filmproduzent*innen beweisen, dass man nicht nur große Geschichten erzählen, sondern gleichzeitig auch ziemlich gute Weine machen kann.
Und von könnt ihr euch demnächst auch selbst überzeugen: Mit Finca Obskura laden sie diesen Sommer erstmals zur Pop-up-Buschenschank mitten in den Weinbergen von Neustift am Walde – inklusive Naturwein, Pét Nat, Wiener Wermut und einer ordentlichen Portion Buenos-Aires-Flair.
Brettljause auf Argentinisch
Wer bei Buschenschank automatisch an Verhackertes, Grammelschmalz und Schmalzbrot denkt, darf sich auf eine kleine Überraschung einstellen: Auf der Salmannsdorfer Höhe wird die klassische Brettljause kurzerhand nach Argentinien versetzt.
Empanadas, Bondiola, argentinischer Schopfspeck, Käse, Oliven, Pickles und feine Sándwiches de miga treffen auf ungefilterte Naturweine und prickelnde Pét Nats. Ein Aperitivo, der genauso gut in Buenos Aires wie über den Dächern Wiens funktionieren würde.

Biodynamischer Weingarten in Neustift am Walde
Dass ausgerechnet zwei Filmschaffende plötzlich Naturwein produzieren, klingt zunächst wie der Plot eines Independent-Films. Tatsächlich steckt aber viel Leidenschaft und noch mehr Handarbeit dahinter.
Nach einer önologischen Ausbildung an der Österreichischen Weinakademie verwirklichten Lukas Valenta Rinner und Yael Svoboda ihren Traum vom eigenen Weingut – inspiriert von Svobodas Urgroßeltern, die in der argentinischen Weinregion San Juan einst traditionellen Vino Patero, also mit bloßen Füßen gepressten Naturwein, herstellten.
Seit 2024 bewirtschaften die beiden eigene Weingärten in Neustift am Walde nach biodynamischen Prinzipien und setzen konsequent auf Low Intervention. Alte Rebstöcke, Handlese, spontane Gärung, kleine Chargen und der Verzicht auf Zusatzstoffe sorgen für Weine, die so natürlich wie möglich entstehen – ehrlich, lebendig und mit jeder Menge Charakter.

Zwischen Cannes, Dracula und Grüner Veltliner
Der Name Finca Obskura ist übrigens kein Zufall. Er leitet sich von der Camera obscura ab – jenem optischen Prinzip, das als Vorläufer der Fotografie gilt. Genau wie Licht dort eingefangen wird, möchten die beiden die Energie der Sonne in ihren Trauben bewahren und möglichst unverfälscht ins Glas bringen.
Ganz verlassen haben Lukas Valenta Rinner und Yael Svoboda die Filmwelt übrigens nicht. Mit ihrer Nabis Filmgroup produzieren sie weiterhin international ausgezeichnete Filme, die auf Festivals von Berlin über Cannes bis Venedig laufen.
Zuletzt war ihre Produktionsfirma maßgeblich am neuen Radu-Jude-Film Dracula beteiligt, der aktuell in ausgewählten österreichischen Kinos zu sehen ist. Rinner selbst wurde bereits 2017 bei der Diagonale für seinen Spielfilm Die Liebhaberin ausgezeichnet.
Finca Obskura: Die Termine im Sommer 2026
Wer selbst probieren möchte, wie Filmleidenschaft im Weinglas schmeckt, hat an vier Tagen Gelegenheit dazu:
- 25. Juli 2026
- 29. August 2026
- 26. September 2026
- 27. September 2026 (im Rahmen des Wiener Weinwandertags)
Die Pop-up-Buschenschank befindet sich auf der Salmannsdorfer Höhe 10 im 19. Bezirk – mitten im Weingarten. Wer also schon immer wissen wollte, wie sich Naturwein, Wiener Gemischter Satz und argentinische Empanadas mit Festivalflair kombinieren lassen, findet hier vermutlich die ungewöhnlichste Buschenschank-Adresse des Sommers.