Gletscher, Trüffel & Rolex: So absurd ist der neue TITLIS Tower in der Schweiz
Ein Aussichtsturm auf einem 3.020 Meter hohen Berg, Europas höchste Hängebrücke, die erste drehbare Luftseilbahn der Welt, eine Gletschergrotte, eine Zipline, Fine Dining und jetzt auch noch die höchstgelegene Rolex-Boutique der Welt. So absurd ist’s am Titlis-Berg in der Zentralschweiz wirklich.
Der Titlis-Berg in der Schweiz scheint ein Faible für Superlative zu haben. Das hat sich mit der Eröffnung des neuen TITLIS Towers Anfang Juni erneut bewiesen. Nach unserem Besuch vor Ort können wir über die herrlich absurde Ansammlung an Weltrekorden nur noch schmunzeln. Hier sind die Facts:
150 Millionen Franken für die Zukunft des Titlis
Der Titlis zählt zu den bekanntesten Bergen der Schweiz und liegt rund 45 Minuten von Luzern entfernt. Auf 3.020 Metern Seehöhe ist er einer der wenigen ganzjährig zugänglichen Gletscher der Schweiz und lockt Jahr für Jahr Besucher*innen aus aller Welt an.
Mit dem neuen Tower beginnt nun die sichtbarste Etappe eines Projekts, mit dem die Titlis Bergbahnen ihre Infrastruktur bis 2029 umfassend erneuern möchten. Rund 150 Millionen Franken werden dafür investiert – in den Tower, eine komplett neue Bergstation und nachhaltigere Gebäudetechnik.

Eine Baustelle auf 3.000 Metern
Der neue Tower selbst ist 76 Meter hoch und entstand nicht als Neubau, sondern aus einem ehemaligen Richtstrahlturm aus den 1980er-Jahren. Das renommierte Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron verwandelte den rein funktionalen Antennenturm in ein neues Wahrzeichen des Berges.
Herzstück ist das Horizon Deck auf 54 Metern Höhe, das einen 360-Grad-Blick über die Gletscherlandschaft, die Zentralschweiz und – bei entsprechendem Wetter – bis nach Deutschland, Frankreich und Italien eröffnet.
Fast noch beeindruckender als das fertige Bauwerk ist allerdings dessen Entstehung: Drei Jahre lang wurde auf über 3.000 Metern gebaut – bei laufendem Tourismusbetrieb und unter Bedingungen, die mit einer gewöhnlichen Baustelle wenig gemeinsam haben. Die Bauarbeiter*innen mussten sich zunächst an die Höhe und die extremen Wetterverhältnisse gewöhnen.
„Den Titlis Tower umzubauen, ist natürlich eine großartige Leistung“, weiß auch Fabian Appenzeller von den Titlis Bergbahnen. Rund 90 Prozent des Baumaterials wurden mit den bestehenden Seilbahnen transportiert, alles – was dafür zu groß war – per Helikopter eingeflogen.

Casual Fine Dining in luftigen Höhen
Mit dem Tower will der Titlis aber nicht nur architektonisch neue Maßstäbe setzen, sondern das Bergerlebnis insgesamt neu denken. Neben der Aussichtsplattform beherbergt der Turm das neu eröffnete Joseph’s Restaurant, das auf Casual Fine Dining setzt. Küchenchef André Kneubühler, von Gault Millau als Entdeckung des Jahres 2025 ausgezeichnet, serviert moderne alpine Küche mit regionalen Zutaten und internationalem Einfluss.

Wer sich für das Surprise Menu entscheidet, bekommt genau das: mehrere Überraschungsgänge mit spektakulärer Aussicht. Unser persönliches Highlight? Schweizer Käsespätzle, veredelt mit dem zweitteuersten Trüffel der Welt – ein Gericht, das vermutlich genauso gut zum Titlis passt wie die höchstgelegene Rolex-Boutique der Welt, die sich im Stockwerk darunter befindet und sich nahtlos ins Gesamtbild einfügt.

Mehr ist mehr
Zurückgehalten hat sich der Titlis allerdings noch nie: mit Europas höchster Hängebrücke, der ersten drehbaren Luftseilbahn der Welt, einer Gletschergrotte, einem Sessellift über Gletscherspalten und einer Zipline über dem Trübsee.

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Zwischen Staunen und Stirnrunzeln
Das Bergerlebnis wird hier bis ins kleinste Detail inszeniert. Beeindruckend ist das ohne Zweifel. Gleichzeitig stellt sich unweigerlich die Frage, wie viele Attraktionen ein Berg eigentlich braucht. Die Antwort darauf muss wohl jede*r Besucher*in selbst finden. Fest steht: Kaum ein anderer Gipfel in den Alpen vereint derzeit so viel Superlative auf engem Raum wie der Titlis – inklusive einer charmanten Prise Größenwahn.
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