7 Wanderungen, bei denen Handwerk in Oberösterreich lebendig wird
Wandern, staunen, anfassen: Oberösterreichs Wanderrouten verbinden Natur, Geschichte und Handwerk auf überraschende Weise. Von alten Mühlen über glühende Schmieden bis zu gläsernen Kunstwerken – hier wird jeder Spaziergang zum Erlebnis.
Auf in die Natur – und gleichzeitig auf Zeitreise! Oberösterreichs Themen-Wanderwege erzählen Geschichten von Handwerk, Technik und regionaler Kultur: Ob beim Staunen über funkelndes Glas im Attergau, beim Pilgern auf Granitpfaden im Mühlviertel, beim Schauschwemmen im Schwarzenbergischen Schwemmkanaal oder auf den Spuren der Pferdeeisenbahn in Linz-St. Magdalena – hier wird Geschichte greifbar.
Mal wandert ihr zwischen historischen Mühlen, mal entlang von Brauereien, wo Hopfen und Malz auf Tradition treffen, oder folgt den Hämmern der Nagelschmiede in Losenstein. Wir versprechen euch: Wandern mit der Familie war noch nie abwechslungsreicher wie auf diesen sieben Wegen!
Das Gläserne Tal im Attergau
Wo einst die Öfen glühten und Glas in Handarbeit geformt wurde, lädt heute ein ganz besonderer Themenweg zum Entdecken ein: Freudenthal in der Gemeinde Weißenkirchen im Attergau – einst Hochburg der Glasproduktion – ist heute ein Ausflugsziel für alle, die Natur und Handwerk miteinander verbinden möchten. Ein Spaziergang durchs „Gläserne Tal“ zeigt auf spielerische Weise, wie faszinierend und vielseitig der Werkstoff Glas ist – und das sogar fast gänzlich kinderwagentauglich.
Auf der rund 3,5 Kilometer langen Runde kehrt ihr in der Waldapotheke ein, überquert die eindrucksvolle Glasbrücke, begegnet Brillenschlangen und anderem gläsernen Getier und blickt durch „Fenster der Vergangenheit“ in die Geschichte des Ortes. Für kleine Abenteurer*innen warten außerdem eine Riesenrutsche und die beliebte Libellenschaukel. Direkt am Ausgangspunkt des Themenwegs befindet sich das „Museum Freudenthaler Glas“, wo ihr nach Voranmeldung eine beeindruckende Sammlung wertvoller Exponate aus der ehemaligen Glasfabrik Freudenthal bestaunen könnt. Und wer danach hungrig ist, kehrt im Wirtshaus im Freudenthal ein – dort warten Jausen-Klassiker und herzhafte Schmankerl auf euch.
Die wichtigsten Infos:
- früher Glas-Hochburg, heute Familienwanderung
- kinderwagentauglich & familienfreundlich
- ganzjährig geöffnet
- für Hungrige: Wirtshaus im Freudenthal (DI Ruhetag)
- Adresse: Weißenkirchen 13, 4890 Weißenkirchen im Attergau

Granitpilgern im Mühlviertel
Im Mühlviertel wandert ihr auf steinaltem Fundament: Granit ist hier nicht nur Landschaft, sondern Geschichte, Handwerk und Identität. Vor Millionen Jahren entstanden, prägt das Urgestein bis heute das „Mühlviertler Kernland“ – und macht das Granitpilgern zu einer besonderen Form des Unterwegsseins. Zwischen sanften Hügeln, der sanft plätschernden bis laut tosenden Mühl und dem rauen Granit- und Gneishochland führen euch drei bis vier Tagesetappen auf rund 95 Kilometern durch zehn Gemeinden von St. Martin bis Helfenberg. Der Rundweg ist im Uhrzeigersinn beschildert, der Einstieg überall möglich. Kraftplätze zwischen Fels und Wasser laden zum Innehalten ein – hier tanken Pilger*Innen Ruhe und neue Energie.
Wer dem Stein noch näherkommen möchte, erkundet den Natursteinlehrpfad: In St. Martin entdeckt ihr unterschiedliche Granitarten, erfahrt Spannendes über Entstehung, Abbau und Verarbeitung und bekommt ein Gespür für das Handwerk, das die Region über Jahrhunderte geprägt hat. In der historischen Hammerhütte mit Handwerksvorführung wird diese Tradition lebendig. Führungen durch die Granitregion vertiefen das Wissen – und zeigen, warum Granit zur Mühlviertler-DNA einfach dazugehört!
Die wichtigsten Infos:
- Weitwander-Rundweg auf 95 km Länge
- Start in St. Martin beim Granitpilgern-Monument, Einstieg überall möglich
- Kraftplätze & Einkehrmöglichkeiten entlang des Weges
- Erlebniswelt Granit in St. Martin ganzjährig frei zugänglich, Führungen nach Vereinbarung
- Mountainbiken nur auf gekennzeichneten Abschnitten gestattet!

Der Schwarzenbergische Schwemmkanal im Dreiländereck
Was heute ein idyllischer Wander- und Radweg ist, war im 18. Jahrhundert ein technisches Meisterwerk: der Schwarzenbergische Schwemmkanal in der Ferienregion Böhmerwald im Dreiländereck Österreich, Deutschland und Tschechien. Forstingenieur Josef Rosenauer hatte eine kühne Idee: Holz aus dem Böhmerwald über die europäische Wasserscheide bis nach Wien zu transportieren – dorthin, wo Brennholz knapp war, aber dringend gebraucht wurde. Was unmöglich klang, wurde Realität. Mit minimalem Gefälle, Schleusen und einem ausgeklügelten Kanalsystem überwand er die Naturgesetze und verband Moldau und Donau. Ü
ber ein Jahrhundert lang schwammen rund acht Millionen Raummeter Holz Richtung Hauptstadt. Heute plätschert der Kanal ruhig durch Wälder, Moore und vorbei an weiten Ausblicken. Wandernde und Genussradelnde folgen seinem Lauf und spüren zwischen Schleusen, Tunnel und Steilstufen die Pionierleistung vergangener Zeiten. Nicht umsonst gilt der Kanal als ingenieurtechnische Meisterleistung und wurde nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1990 sogar als „(s)achtes Weltwunder“ gefeiert. Zum Vormerken: Am 2. Mai, 13. Juni, 29. Juli und 5. September wird Geschichte lebendig, wenn bei der Schauschwemme wieder Holzscheiter durchs Wasser treiben – fast wie damals.
Die wichtigsten Infos:
- drei Wanderrouten mit 4–16 km Länge
- historische Schleusen, Tunnel & Steilstufen entlang der Strecke
- Schauschwemme: 2.5., 13.6., 29.7. & 5.9.2026
- Anfahrt: Dreisesselbergstraße 18/1, 4160 Aigen-Schlägl
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Mehr InformationenBierwandern samt Verkostung im Mühl- und Innviertel
Oberösterreich und die hohe Kunst der Bierbrauerei, das gehört einfach zusammen wie Hopfen und Malz. Immerhin brauen hier mehr als 60 Brauereien eine einzigartige Sortenvielfalt! Beim Bierwandern werden malerische Landschaften mit regionaler Braukunst verbunden – perfekt also für alle, bei denen nicht nur der Weg das Ziel, sondern das Ziel ein prickelndes Helles und eine deftige Jause ist! Gemütliche Wanderer*innen spazieren entlang des zwei Kilometer langen Bierlehrpfads, der bei der Schlossbrauerei Weinberg in Kefermarkt seinen Ausgang nimmt. Mit wunderschönem Blick aufs Schloss werden euch an verschiedenen Plätzen die Herstellung, sowie die Rohstoffe des gesundheitsfördernden Gerstensaftes nahegebracht.
Nach der lehrreichen, einstündigen Wanderung genießt ihr dann das hausgebraute Bier im Gastgarten bzw. in den Gasträumen der Schlossbrauerei Weinberg. Wenn ihr’s richtig außergewöhnlich wollt, meldet euch zum Rieder Bierbummel an: Mit Verkostungen, Blick hinter die Kulissen der Brauerei Ried und einem bierigen Stadtrundgang durch Ried im Innkreis wird die Innviertler Brautradition genussvoll erlebbar – inklusive mehrerer kulinarischer Einkehrstopps.
Die wichtigsten Infos:
- Bierlehrpfad & Bierbummeln machen das flüssige Gold greifbar
- Oberösterreich als „Land der Biere“ erleben
- 46 Brauereien, 22 Hausbrauereien
- zahlreiche Bier-Erlebnisse online

Nagelschmiedweg in Losenstein
Nägel mit Köpfen? Macht ihr am Nagelschmiedweg in Losenstein, wenn ihr auf den Spuren eines Handwerks wandert, das den Ort über Jahrhunderte prägte. Einst klang hier das Hämmern der Nagelschmiede durch das Ennstal, heute führt ein landschaftlich schöner Rundweg vom Ortszentrum über die Enns in den romantischen Stiedelsbach. Vorbei an historischen Stätten erreicht ihr den versteckt gelegenen See des Kesselfalls – ein stiller Kontrast zur glühenden Vergangenheit.
Herzstück der Tour ist der „Brandstätter Hammer“ mit dem Nagelschmiedemuseum und der weltweit größten Sammlung handgeschmiedeter Nägel. Bei einer Führung (ca. 2 Stunden, reine Schmiedevorführung ca. 1 Stunde) könnt ihr dem Handwerk ganz nah kommen und das glühende Eisen sogar selbst bearbeiten. Der Weg ist ganzjährig begehbar, Führungen sind nach Voranmeldung möglich.
Tipp der Redaktion: klimafreundlich mit dem Zug anreisen – der Bahnhof Losenstein liegt nur wenige Minuten entfernt.
Die wichtigsten Infos:
- leichter Rundwanderweg vom Ortszentrum Losenstein
- Länge: knapp 6 km, Dauer: 1h 50m
- ganzjährig begehbar
- Führungen im Nagelschmiedmuseum nach Voranmeldung
- Adresse: Eisenstraße 45, 4460 Losenstein

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10-Mühlen-Wanderweg in Reichenthal
Es ist das stetige Rauschen des Wassers, das euch am 10-Mühlen-Wanderweg begleitet – und genau das macht diese 14 Kilometer lange Runde so besonders. Vom Marktplatz in Reichenthal im Bezirk Freistadt aus führt die außergewöhnlich schöne Wegführung entlang idyllischer Bachläufe, durch Wald- und Wiesenlandschaften und vorbei an insgesamt zehn historischen Mühlen. Manche wirken wie aus der Zeit gefallen, zwei von ihnen werden sogar heute noch mit der Kraft des Wassers betrieben.
Zwischen Altmühle und Graslmühle folgt ihr dem Graslbach, später dem Kettenbach, überquert kleine Brücken, streift kurz das Grenzgebiet zu Tschechien und wandert durch romantische Täler bis ins „Mühlendorf“ mit Haus- und Herrenmühle. Sogar das geschichtsträchtige Schloss Waldenfels grüßt unterwegs vom Wegesrand. Nach rund 4 bis 4,5 Stunden schließt sich der Kreis wieder am Marktplatz – und taucht nach einem Ausflug in die Vergangenheit wieder ins moderne Leben ein.
Die wichtigsten Infos:
- gemütliche Wanderung für Familien
- spannende Einblicke in die Welt der Müllner
- Freilichtmuseum Hayrl mit Schaumühlen auf der Strecke
- Start: Marktplatz, 4193 Reichenthal
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Mehr InformationenPferdeeisenbahn-Promenade in Linz/St. Magdalena
Bevor Dampfloks über Schienen ratterten, zogen Pferde die Waggons: Die erste öffentliche Eisenbahn Europas verband 1832 Linz und Budweis und transportierte vor allem Salz – ein Meilenstein der Industrialisierung. Heute folgt ihr in Linz-St. Magdalena einem der besterhaltenen Trassenstücke: Die Pferdeeisenbahnpromenade führt über hohe Stützmauern und Steinbrücken durch den Mischwald von St. Magdalena.
Auf 4 bis 5,6 Kilometern könnt ihr die historische Strecke erkunden und die Technik des 19. Jahrhunderts erleben. Für die Wanderung plant ihr etwa 1 bis 1,5 Stunden ein – ideal für eine Kombination aus Natur- und Industriegeschichte. Wenn ihr noch tiefer eintauchen möchtet, lohnt sich anschließend ein Abstecher ins Pferdeeisenbahnmuseum in Rainbach im Mühlkreis mit originalgetreuen Waggons, Plänen und Modellen.
Die wichtigsten Infos:
- Stadtwanderweg auf historischer Trasse
- Kombination aus Naturerlebnis & Technikgeschichte
- Museumssaison: Mai bis Oktober, Führungen nach Vereinbarung
- mit Öffis erreichbar (Straßenbahnlinien 1,2; Haltestelle: Harbachsiedlung)
- Adresse: Pferdeeisenbahnstraße 2, 4040 Linz
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