Kultur Sachsen-Anhalt
(c) WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg | Uwe Weigel

Warum ein Urlaub in Sachsen-Anhalt so besonders ist

Historische Altstädte, ikonische Bauhaus-Architektur, weitläufige Parklandschaften und Natur pur: In Sachsen-Anhalt liegt all das näher beieinander, als ihr denkt. Wir zeigen euch, wie abwechslungsreich euer Kultur-Urlaub sein kann.

Was gerade Sachsen-Anhalt so sehenswert macht, fragt ihr euch? Ganz einfach: An kaum einem anderen Ort könnt ihr in nur einer Woche so viel Kultur erleben wie hier. Denn das deutsche Bundesland beheimatet gleich sechs UNESCO-Weltkulturerbestätten auf engstem Raum. Wir zeigen euch, wie ihr in nur sieben Tagen alle staunenswerten Welterbestätten entdecken könnt.

Richtig cool: Für die gesamte STAUNENSWERTE-Tour braucht ihr nicht mal ein Auto, sondern könnt die gesamte Strecke auch easy mit den Öffis bewältigen. Und wenn ihr euch die Welterbe-Card holt, bekommt ihr auch noch gratis Eintritte in die Welterbestätten und andere Sehenswürdigkeiten.

Zeitreisen durch Wittenberg

Wir starten unsere STAUNENSWERTE-Tour in Wittenberg und tauschen direkt trockene Museumsbesuche gegen gelebte Geschichte: Es warten enge Gassen, historische Häuser und Orte, an denen Weltgeschichte geschrieben wurde. Denn Wittenberg ist nicht nur ein richtig hübsches Örtchen, sondern obendrein auch noch Ausgangspunkt der Reformation. Und spätestens an der Schlosskirche, wo Martin Luther einst seine 95 Thesen angeschlagen haben soll, wird klar, wie nah ihr hier an der Vergangenheit dran seid.

Tipp: Wenn ihr Zeit habt, lohnt sich auch der Aufstieg auf den Turm, denn von hier aus habt ihr einen spektakulären Ausblick auf die ganze Stadt Wittenberg. 

Das Lutherhaus in Wittenberg
Das Lutherhaus (c) Welterberegion Anhalt-Dessau-Wittenberg | Uwe Weigel

Flanieren im Gartenreich Dessau-Wörlitz

Von historischen Highlights geht es weiter zu einem echten Augenzuckerl: dem Gartenreich Dessau-Wörlitz. Und solltet ihr bei Gartenreich an eine einfache Parkanlage denken, dürfen wir euch eines Besseren belehren. Denn diese Welterbestätte ist eine echte Alleskönnerin. Auf 142 Quadratkilometern vereinen sich Kunst, Kultur und Natur: Von der wichtigsten Sammlung alter Meister der Region in der Anhaltischen Gemäldegalerie über einen aktiven Vulkan auf der Felseninsel Stein bis zu hübschen Schlössern wartet hier der perfekte Ort für entspannte Spaziergänge in der Natur.

Auch toll: Mit der WelterbeCard gibt’s sogar eine kostenlose Parkführung.

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz
(c) DZT | Julia Nimke

Die Welt des Bauhaus erkunden

Ihr merkt es bestimmt schon: Fad wird euch bei der STAUNENSWERTE-Tour ganz bestimmt nicht. Denn während ihr zuvor noch Reformationsstätten entdeckt und Natur genossen habt, taucht ihr kurz darauf schon in die völlig konträre Welt des Bauhaus in Dessau ein. Startet am besten direkt in der Meisterhaussiedlung, wo einst berühmte Bauhaus-Meister wie Walter Gropius und Wassily Kandinsky mit ihren Familien wohnten. Wenn ihr danach noch mehr über die Geschichte der Bewegung erfahren möchtet, lohnt sich eine Führung durch das historische Bauhausgebäude oder ein Abstecher ins Bauhaus Museum, wo die zweitgrößte Sammlung der Bauhaus-Ära auf euch wartet.

Sachsen-Anhalt
Das Meisterhaus von László Moholy-Nagy in Dessau (c) Bruno Fioretti Marquez Architekten

Die Himmelsscheibe von Nebra bestaunen

Ein echter Perspektivenwechsel erwartet euch bei der Himmelsscheibe von Nebra. Und zwar wortwörtlich: Die rund 3.600 Jahre alte Bronzescheibe zeigt Sonne, Mond und Sterne und gilt als die älteste konkrete Darstellung des Kosmos weltweit. Im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) bekommt ihr nicht nur das Original zu sehen, sondern versteht auch sofort, warum dieser Fund so besonders ist. Denn er zeigt, wie früh Menschen schon ein erstaunlich genaues Verständnis von Himmel und Zeit hatten. Und wenn ihr danach noch mögt, könnt ihr im Planetarium euer eigenes Wissen rund um unser Sonnensystem aufpolieren.

Übrigens: Wie der Name schon verrät, wurde die Himmelsscheibe in der Nähe von Nebra gefunden. Ausgehend vom Besucherzentrum Arche Nebra könnt ihr hier sogar zum originalen Fundort wandern.

Die Himmelsscheibe von Nebra
(c) Juraj Liptak | Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

Mittelalter im Naumburger Dom erleben

Eines gleich vorweg: Der Naumburger Dom ist nicht nur irgendeine Kirche. Denn hier geht es weniger um Religion als um echte Kunstgeschichte. Die zwölf Stifterfiguren im Westchor sind rund 800 Jahre alt und gehören zu den realistischsten Darstellungen des Mittelalters. Besonders beeindruckend ist die Figur der Uta von Naumburg. Sie gilt als eine der bekanntesten Frauendarstellungen dieser Zeit und hat auch Umberto Eco nachweislich begeistert.

Tipp: Lasst euch die Turmführung nicht entgehen. Neben drei riesigen Glocken aus dem 16. Jahrhundert wartet hier ein grandioser Blick über Naumburg.

Stifterfigur Uta im Naumburger Dom
(c) Vereinigte Domstifter | Falko Matte

Krönender Abschluss in Quedlinburg

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss, so natürlich auch bei der STAUNENSWERTE-Tour. Denn in Quedlinburg ist es nicht ein Gebäude, das zum Welterbe ernannt wurde, sondern gleich die ganze Stadt. Und das völlig zu Recht, wie wir finden. Denn hier warten über 2.000 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten, versteckte Innenhöfe, kleine Cafés und der Stiftsberg mit Schloss und Stiftskirche.

Am besten startet ihr hier mit einem Welterbe-Rundgang, der euch in etwa zwei Stunden durch die hübsche Altstadt inklusive Schlossberg führt. Nehmt euch aber unbedingt auch genug Zeit, um die Stiftskirche St. Servatii zu erkunden, denn hier verbringt sich ein Domschatz mit Schmuckstücken aus über 1.000 Jahren Kirchengeschichte.

Stiftskirche St. Servatii Quedlinburg
(c) IMG Sachsen-Anhalt | Falko Matte

Keine ganze Woche Zeit? Kein Problem: Die STAUNENSWERTE-Tour lässt sich auch ganz leicht in Etappen einteilen: Die Weltveränderer-Tour, die Himmelsstürmer-Tour und die Schatzmeister-Tour könnt ihr alle easy auch an einem Wochenende unterbringen.

Artikel aktualisiert am 09.04.2026
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