Singing & screaming in the rain: So war mein erstes Mal am Frequency Festival in St. Pölten
Ich liebe Konzerte, aber ein mehrtägiges Festival? Puh. Wie ich als absolutes Stadtkind dieses Jahr trotzdem aufs Frequency gefahren bin, wieso Zelten mein Endgegner bleibt und warum mein erster Tag im Unwetter und einem Abbruch endete.
Seien wir ehrlich: Ich bin ein Stadtkind durch und durch und ja, ich gehe unfassbar gerne und auf viele Konzerte. Ich kenne die Wiener Stadthalle, die quasi bei mir ums Eck ist, wie meine Westentasche, aber auch das Gasometer, das Ernst-Happel-Stadion und Co. sind mir sehr bekannt. Mein ideales Konzert-Setup: zwei, drei Stunden meine Lieblingsacts erleben – und danach ab nach Hause ins eigene Bett.
Dieses Jahr habe ich mich trotzdem aus meiner Komfortzone gewagt: Mein erstes Mal Frequency in St. Pölten. Ein Festival dieser Dimension war für mich absolutes Neuland. Bislang war ich maximal am Donauinselfest. Zum Glück hatte ich meine Kollegin dabei: eine erprobte Festivalgängerin, die sogar schon gecampt hat – für mich absolut unvorstellbar, aber die perfekte Begleitung für mein Abenteuer.
Die Vorbereitung aufs Frequency: Ein Drama in drei Akten
Während meine Kollegin vermutlich einfach blind in ihren Kasten greift und das perfekte Festival-Outfit aus einer Short und einem Top zaubert, grenzt meine Vorbereitung einem Nervenzusammenbruch – weil: Was zur Hölle zieht man da an?!
- Das Outfit: Auf Instagram sehen Festival-Outfits immer aus wie aus einem Coachella-Katalog. Aber wir sind in St. Pölten. Was, wenn es regnet? (Und die Frage war berechtigt!!) Gummistiefel oder Regenjacke besitze ich nicht einmal. Ich entschied mich also für „bequem“ – Wohlfühlen geht vor – plus eine Dosis Glitzer im Gesicht. Kann schließlich nie schaden.
- Die Packliste: Zusätzlich zu meiner Standard-Konzertausrüstung wählte ich eine umgehängte Bauchtasche, aufgestockt um zwei Powerbanks und einen kleinen Handventilator. Was ich natürlich nicht dabeihatte: einen Poncho. Das sollte sich später noch rächen.
- Der Plan: Ich löcherte meine Kollegin mit Fragen. Wann muss man dort sein? Wie wechselt man die Stages? Was macht man dazwischen? (Meine Lektion vor Ort: Die wenigsten haben einen Plan, alle treiben einfach vor sich hin. Für mich als Projektmanagerin … na ja, schwierig.)
Ankunft am Festivalgelände & Kulturschock am Campingplatz
Nach einer relativ schnellen Anreise mit dem Zug von Wien Westbahnhof war ich auch schon im Shuttlebus Richtung Festivalgelände. Da ich relativ früh da war, lief alles sehr geordnet ab – auch beim Eingang. Doch drinnen war ich erst mal überfordert – und habe mich prompt verlaufen. Ich musste erst einmal alles auf mich wirken lassen und damit klarkommen, wie groß das Gelände eigentlich ist.
Am Campingplatz angekommen, konnte ich nur staunen: Viele kleine Zelte, dicht an dicht, direkt an der stinkenden Traisen. Und wie: Ihr geht da rein baden?! Die Dixie-Klos waren gewohnt gewöhnungsbedürftig, die normalen Container-Toiletten dafür überraschend sauber (wenn auch gefühlte 40 Grad heiß). Das obligatorische Traisen-Bade-Ritual mit Bier in der Hand schaute ich mir lieber aus sicherer Entfernung an. Respekt an alle, die das durchziehen – mich bringt niemand in ein Zelt (das man nicht mal zusperren kann) und schon gar nicht in die Traisen. Stadtkind-Alarm!

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Veganes Essen, Bühnen – und die Flucht vor dem Unwetter
Dafür überzeugte das Essen: Für mich gab es vegane Tacos und für meine Kollegin Käsespätzle. Danach gönnten wir uns noch vegane Mini-Pancakes. Die Preise sind natürlich enorm, aber wahrscheinlich normal für ein Festival. Während wir also unser Essen genossen, schallte es von der Bühne DJ Antoine mit „Ma Chérie“ und “Welcome To St. Tropez“ – mein Millennial-Herz schlug natürlich höher.

Doch kaum hatten wir unseren Content abgedreht, wurde mein Albtraum wahr: Unwetter. Es schüttete und stürmte aus dem Nichts, während Warnungen über die Screens flimmerten – und wir dennoch klatschnass zu Cascada getanzt haben. Anders als die ausgerüstete Festival-Crowd hatten wir keine Regenbekleidung dabei. Völlig durchnässt und von allen Ecken tropfend beschlossen wir, abzureisen – da halfen auch die später verteilten Gratis-Ponchos nicht mehr. Nass ist nass. Und ein Stadtkind bleibt bei Unwetter ein Stadtkind. Das Motto: schnell rein ins Warme.
Nass ist nass. Und ein Stadtkind bleibt bei Unwetter ein Stadtkind.
Jennifer Hauska
Lorde, die ich sehr gerne sehen wollte, habe ich dadurch leider verpasst, aber auf dem Weg zum Auto heizte zumindest Zara Larsson noch ein. Die Menschenmasse trotzte dem Wetter und hatte auf jeden Fall noch jede Menge Spaß – allerdings leider ohne uns.
So endete ein ereignisreicher Tag – und mein erstes Mal Frequency. Nass, kalt, aber zumindest im eigenen, trockenen Bett. Trotz Unwetter bin ich doch noch ein Frequency-Fan geworden – als Tagesbesucherin, versteht sich. Für heute (Freitag) steht der nächste Versuch an: Natasha Bedingfield live. Drückt mir die Daumen, dass das Wetter hält!